"Berufsbildung ohne Grenzen" – Die Mobilitätsberatung an den Kammern geht weiter

Immer mehr deutsche Betriebe sind im Exportgeschäft und auf internationalen Märkten tätig und kooperieren mit internationalen Unternehmen. Diese Entwicklung stellt gerade kleine und mittlere Betriebe, Ausbilder, Auszubildende und Fachkräfte vor neue Herausforderungen. Um diese meistern zu können, braucht es internationale Erfahrung, interkulturelle Kompetenz und Fremdsprachenkenntnisse. Auslandspraktika in der beruflichen Bildung – am besten bereits während der Ausbildung – eignen sich ausgezeichnet für den Erwerb dieser Kompetenzen und letztendlich, um fit zu werden für den Arbeitsmarkt und die Anforderungen einer globalisierten Wirtschaft.

BoG Handbuch


Dabei zeigen jedoch insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen großen Bedarf an professioneller Beratung und Unterstützung, da ihnen häufig die zeitlichen und die personellen Ressourcen fehlen. Das betrifft vor allem auch die Suche nach Partnerbetrieben im Ausland und nach passenden Fördermitteln zur Finanzierung von Mobilitätsprojekten.

Genau hier setzt das Programm "Berufsbildung ohne Grenzen" an, das im Jahr 2009 gemeinsam von dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und dem Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) ins Leben gerufen und bis 2014 gemeinsam umgesetzt wurde. Das Bundesprogramm, das auch mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wurde, zielte auf die Erhöhung grenzüberschreitender Mobilität von Auszubildenden und jungen Fachkräften durch ein flächendeckendes Beratungsangebot. Hierfür wurde ein Netzwerk von Mobilitätsberater/innen an den beteiligten Handwerks- und Industrie- und Handelskammern aufgebaut. Die Mobilitätsberatung verlief sehr erfolgreich: bis einschließlich 31.12.2014 wurden rund 104.600 Beratungen – insbesondere von kleinen und mittelständischen Betrieben durchgeführt –, rund 8.800 junge Menschen wurden ins Ausland entsandt und rund 4.500 ausländische junge Menschen aufgenommen, um betriebliche Praktika zu absolvieren. Zum Abschluss des Programms wurde von der Koordinierungsstelle der Ratgeber "Berufsbildung ohne Grenzen – Das Handbuch" herausgegeben. Das Handbuch sichert die im Rahmen des Programms gesammelten Erfahrungen und das gewonnene Expertenwissen, um es anderen Multiplikatoren zur Verfügung zu stellen. Es richtet sich an alle, die zum Thema Auslandspraktika in der beruflichen Bildung beraten wollen.

Zum 01.01.2015 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) – nach Auslaufen der ESF- Förderung – die Förderung des Programms als einen Beitrag zur Allianz für Aus- und Weiterbildung übernommen. Die in den vergangenen Jahren aufgebauten Strukturen sollen damit erhalten und gleichzeitig weiterentwickelt werden. Inhaltlich begleitet und unterstützt wird das Netzwerkarbeit durch zwei Koordinierungsstellen, angesiedelt bei der DIHK Service GmbH und der Zentralstelle für Weiterbildung im Handwerk (ZWH). Das BMWi leistet damit einen wichtigen Beitrag, um die berufliche Bildung attraktiver zu gestalten und das Thema Fachkräftesicherung bei kleinen und mittleren Unternehmen zu stärken.