Die Querschnittsziele im Detail

Als Querschnittsziele werden in der Strukturfondsförderung Aufgaben bzw. Zielstellungen bezeichnet, die prinzipiell bei der Planung und Umsetzung der Programme und Vorhaben in den entsprechenden Politikbereichen berücksichtigt werden müssen.

In der ESF-Förderperiode 2014-2020 sind gemäß Art. 7 f. der ESI-Ver­ord­nung (EU) Nr. 1303/2013 - Allg. Be­stim­mun­gen für EFRE, ESF, Ko­hä­si­ons­fonds [PDF, 2MB] insgesamt drei Querschnittsziele im Rahmen der gesamten Vorbereitung und Umsetzung von ESF-Maßnahmen zu beachten:

  • Förderung der Gleichstellung von Männern und Frauen

Die Gleichstellung von Männern und Frauen und die Berücksichtigung des Gleichstellungsaspektes sind gemäß Art. 7 Abs. 1 ESI-Verordnung während der Vorbereitung und Umsetzung von ESF-Maßnahmen zu berücksichtigen und zu fördern. Es gilt gemäß Art. 7 ESF-Verordnung, die dauerhafte Beteiligung von Frauen am Erwerbsleben zu erhöhen und ihr berufliches Fortkommen zu verbessern und dadurch gegen die Feminisierung der Armut vorzugehen. Zudem ist intendiert, die geschlechtsspezifische Segregation abzubauen, Geschlechtsstereotypen auf dem Arbeitsmarkt und in der allgemeinen und beruflichen Bildung zu bekämpfen, sowie die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben für alle und die gleichberechtigte Verteilung von Betreuungspflichten zwischen Frauen und Männern zu fördern.

  • Förderung der Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung

Auf Seiten der Mitgliedstaaten sind gemäß Art. 7 Abs. 2 ESI-Verordnung Maßnahmen gegen jede Form der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse oder ethnischen Herkunft, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung während der Vorbereitung und Durchführung der Programme zu treffen. Insbesondere die Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen soll bei der gesamten Vorbereitung und Umsetzung der Programme berücksichtigt werden.
Entsprechend des Art. 8 ESF-Verordnung müssen derartige Maßnahmen auf die Bekämpfung jeglicher Art von Diskriminierung sowie auf die Verbesserung der Zugänglichkeit für behinderte Menschen ausgerichtet sein. Es soll darauf abgestellt werden, die Integration in den Bereichen Beschäftigung, Bildung und Weiterbildung zu verbessern, dadurch die soziale Inklusion zu fördern, Ungleichheiten in Bezug auf ihr Bildungsniveau und ihren Gesundheitszustand zu verringern und den Übergang von institutioneller zu bürgernaher Betreuung insbesondere für von Mehrfachdiskriminierung betroffene Menschen zu erleichtern.

  • Förderung der nachhaltigen Entwicklung

Gemäß Art. 8 ESI-Verordnung ist im Rahmen von ESF-Fördermaßnahmen auch das Prinzip der nachhaltigen Entwicklung und der Förderung des Ziels der Erhaltung des Schutzes der Umwelt und der Verbesserung ihrer Qualität zu beachten. Es ist daher sicherzustellen, dass Anforderungen an Umweltschutz, Ressourceneffizienz, Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel, biologische Vielfalt, Katastrophenresistenz und Risikoprävention und Risikomanagement bei der Vorbereitung und Umsetzung der ESF-Aktivitäten eingehalten und gefördert werden.


Umsetzung im ESF-Bundes-OP

Innerhalb der Umsetzung des Operationellen Programms des Bundes (ESF-Bundes-OP) werden die drei Querschnittsziele durchgängig auf allen Ebenen der Planung, Umsetzung und Evaluierung berücksichtigt. Zusätzlich werden spezifische Maßnahmen umgesetzt, die gezielt einen Beitrag zur Verbesserungen in den Themenbereichen der Querschnittsziele leisten. Beispielhaft kann für das Querschnittsziel Nachhaltigkeit das ESF-Programm des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit "Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern" benannt werden.

Die Begleitstruktur der Förderperiode 2007-2013 zur Gleichstellung im ESF wird in vergleichbarer Form auch in der Förderperiode 2014-2020 fortgeführt und um die Querschnittsziele Nichtdiskriminierung und Nachhaltigkeit erweitert. Die Aufgabe der Unterstützungsstruktur umfasst insbesondere die fachliche Begleitung und Beratung der an der Umsetzung des ESF-Bundesprogramms beteiligten Akteurinnen und Akteuren zu allen Querschnittsthemen. Als weitere Aufgabenbereiche der Begleitstruktur sind die Netzwerkarbeit, die Sicherung des Informationstransfers, die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit sowie die Erstellung von themenspezifischen Expertisen und Leitfäden zu nennen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Website der Agentur für Querschnittsziele im ESF.