XENOS - Arbeitsmarktliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge

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Mit dem Gesetz zur Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union wurde ab dem 28.08.2007 das deutsche Aufenthaltsgesetz geändert. Mehrere 10.000 jugendliche Geduldete und langjährig Geduldete, die bleibeberechtigt sind, erhalten nun eine realistische Chance zur Integration in den Arbeitsmarkt.

Das XENOS-Sonderprogramm "Das ESF-Bundesprogramm zur arbeitsmarktlichen Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt" wird in zwei Förderrunden(2008 - 2015) umgesetzt und soll Begünstigte bei der Integration in den Arbeitsmarkt unterstützen.

Ziel des Programms:

Gefördert werden Netzwerke auf lokaler und regionaler Ebene unter Einbezug der Arbeitsgemeinschaften (ArGen) und der zugelassenen kommunalen Träger, um möglichst vielen Begünstigten zu einer auf Dauer angelegten Erwerbstätigkeit zu verhelfen. Die miteinander vernetzten Beratungsstellen sollen unter anderem in Zusammenarbeit mit Unternehmen durch berufsbegleitende Qualifizierung den Beschäftigungserhalt der Zielgruppe sowie deren Verbleibsaussichten auf dem Arbeitsmarkt erhöhen. Ziel ist gleichzeitig, die Inanspruchnahme von Sozialleistungen zu vermeiden oder zu verringern.

Zielgruppe:

Das Programm richtet sich sowohl an Bleibeberechtigte (gesetzliche Altfallregelung für langjährig Geduldete im Aufenthaltsgesetz) als auch an Personen mit Flüchtlingshintergrund, die einen - mindestens nachrangigen - Zugang zum Arbeitsmarkt haben.

Programmschwerpunkte:

Die Projekte setzen folgende Schwerpunktbereiche um:

  • Erhöhung der Handlungskompetenz der Zielgruppen in Hinblick auf ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
  • Erhöhung der Einstellungsbereitschaft von Unternehmen sowie langfristige Stabilisierung und Sicherung der Beschäftigungsverhältnisse von Bleibeberechtigten.
  • Sensibilisierung der relevanten Akteure des Arbeitsmarktes und des öffentlichen Lebens.

Laufzeit:

13.06.2008 bis 30.06.2015
Die Umsetzung erfolgt in zwei Förderrunden.

Prioritätsachse:

C (Beschäftigung und soziale Integration)

1. Förderrunde (Bleiberecht I)

Im Rahmen des XENOS-Sonderprogramms "Das ESF-Bundesprogramm zur arbeitsmarktlichen Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt" waren im Zeitraum September 2008 bis 31. Oktober 2010 43 Beratungsnetzwerke mit rund 220 Einzelprojekten aktiv. Die Laufzeit der Projekte betrug ca. zwei Jahre.

Fördervolumen:

Das Gesamtvolumen der 1. Förderrunde betrug inklusive nationaler Kofinanzierung rund 34 Mio. EUR. Davon stellte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales 18 Mio. EUR aus Mitteln des ESF und rund 11 Mio. EUR aus eigenen Haushaltsmitteln zur Verfügung.

Evaluation:

Das Trägerkonsortium Lawaetz-Stiftung Hamburg, gemeinsam mit Univation Köln wurde beauftragt, die 1. Förderrunde des XENOS-Sonderprogramms zu evaluieren. Aufgabe der Evaluation ist es,das Programm hinsichtlich Erfolg, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit zu untersuchen.
Aus der Zwischenevaluation geht hervor, dass bis Dezember 2009 12.300 Personen an Maßnahmen des Programms teilgenommen haben, davon wurden 22 Prozent in Arbeit oder eine duale Ausbildung vermittelt. Das ist bemerkenswert, weil über 80 Prozent der Teilnehmenden keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. In rund 80 Prozent der Projekten wurden Maßnahmen zur Vermittlung von Deutschkenntnissen, Berufs- und Arbeitsmarktberatung und psychosoziale Beratung angeboten.

Die programmspezifische Evaluation lief von September 2009 bis Dezember 2010.

2. Förderrunde (Bleiberecht II)

Aufgrund des erfolgreichen Verlaufs der 1. Förderrunde und der Verlängerung der Regelungen zu der Aufenthaltserlaubnis "auf Probe" hat die Bundesregierung das Bundesprogramm für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge um einen 2. Aufruf (Bleiberecht II) verlängert. Ziel ist weiterhin, diese Personengruppe dabei zu unterstützen, in Deutschland eine auf Dauer angelegte Arbeit zu finden. Rund 14.000 Ausländerinnen und Ausländer haben derzeit ein Bleiberecht auf Probe und können nur dauerhaft hier leben, wenn es ihnen gelingt, bis 2011 ihren Lebensunterhalt eigenständig zu sichern.

Bundesministerin Ursula von der Leyen:

Mit dem Bundesprogramm helfen wir Menschen, die schon lange in Deutschland leben, sich dauerhaft in den Arbeitsmarkt und damit auch in die Gesellschaft zu integrieren.

Fördervolumen:

Das Gesamtvolumen des ESF-Bundesprogramms für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge II beträgt inklusive nationaler Kofinanzierung rund 71 Mio. EUR. Davon stellt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales rund 39 Mio. EUR aus Mitteln des ESF und rund 26 Mio. EUR aus eigenen Haushaltsmitteln zur Verfügung.

Laufzeit:

Im Zeitraum 1. November 2010 bis 30.06.2015 werden 28 Beratungsnetzwerke mit rund 230 Einzelprojekten gefördert. Die Projekte sind in allen Bundesländern vertreten.

Evaluation:

Das "ESF-Bundesprogramm Bleibeberechtigte und Flüchtlinge II" wird im Rahmen des operationellen Programms des Bundes entsprechend den Anforderungen der Allgemeinen Verwaltungsvorschriften zu § 44 Nr. 11 a BHO evaluiert.

Kontakt:

Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Referat EF 2 - ESF-Programmumsetzung, EHAP-Verwaltungsbehörde
Nilgün Öksüz
Tel: 0228 99 527-1492
E-Mail: bleiberecht@bmas.bund.de

Zusatzinformationen

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