Monitoring und Evaluierung (2007-2013)

Die Erfahrungen der vergangenen Förderperiode haben gezeigt, dass bei der Evaluation der Programmdurchführung ein neuer, flexiblerer Ansatz notwendig ist. Die Verordnung (EG) Nr. 1083/2006 hat das berücksichtigt. Das Evaluierungssystem im Programmplanungszeitraum 2007-2013 knüpft an die bisherigen Erfahrungen von Halbzeitbewertung und deren Aktualisierung an. Doch statt einer durch rechtliche Vorgaben gesteuerten Halbzeitbewertung und deren Aktualisierung mit rigiden Fristen, wird jetzt der Ansatz einer  flexibleren und bedarfsgesteuerten Bewertung verfolgt. Dabei werden die in den Arbeitspapieren der Europäischen Kommission gegebenen Hinweise berücksichtigt.

Verzahnung von Monitoring und  Evaluation

Mit der engen Verzahnung von Monitoring und Evaluierung erhält die Förderperiode 2007-2013 einen stärker steuerungsorientierten Ansatz  zur Erreichung von Zielen, Ergebnissen und Wirkungen. Dabei können durch das Monitoring die finanziellen und materiellen Verlaufsdaten der ESF-Interventionen abgebildet werden. Zur Erfassung materieller Daten hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales einen TN-Fragebogen entwickelt. 

Dagegen zielt die Evaluation auf die Ermittlung der Wirkungen und die Analyse der Effizienz der Förderung. Die Evaluation unterstützt also auf einer übergeordneten Ebene die Verbesserung der Effizienz und Effektivität der ESF-Interventionen. Wesentlicher Bestandteil ist dabei die Institutionalisierung eines jährlichen Steuerungsdialogs zwischen der Verwaltungsbehörde im BMAS, den anderen beteiligten Bundesressorts und den umsetzenden Stellen. 

Formen der Evaluation 

Grundsätzlich können für das Operationelle Programm des Bundes für den ESF drei verschiedene Arten von Evaluierungen unterschieden werden, für welche die ESF-Verwaltungsbehörde die Verantwortung trägt: 

a) Fortlaufende Bewertung

Auf Programmebene soll eine fortlaufende Bewertung (On-going-Evaluation) etabliert werden, die Monitoring und Evaluierung umfasst, um schnell auf Probleme bei der Umsetzung reagieren zu können. Die fortlaufende Evaluierung wird, entsprechend der programmspezifischen Bedürfnisse, die gesamte Förderperiode umfassen. Zu den Kernaufgaben der On-going-Evaluation auf Programmebene zählt die Erhebung und Bewertung der im Monitoringsystem dargestellten Daten zum Programmfortschritt.

Die fortlaufende Evaluierung greift dabei auf die Daten zurück, die im Rahmen der Programmdurchführung von den verantwortlichen Stellen und Projektträgern beispielsweise über Teilnehmende in den Vorhaben erhoben werden. Auf dieser Grundlage werden dann Kohärenz und Wirksamkeit des Gesamtprogramms bewertet. Dabei wird auch auf die Ergebnisse von ESF-Evaluierungen einzelner Programmlinien Bezug genommen. 

b) Evaluierung der Programmlinien

Die Evaluierung von Programmlinien bewertet gezielter die Wirksamkeit bestimmter Förderinstrumente und berücksichtigt das fachpolitische Programmumfeld. Im Fokus stehen  die Ermittlung des innovativen Gehalts der Förderungen, die Unterstützung bei der Weiterentwicklung der Programmlinien sowie das Mainstreaming. Dies unterstützt die Projektträger und die jeweiligen Auftraggeber bei der Umsetzung ihrer Vorhaben. Diese Evaluierungen werden durch die zuständigen Bundesministerien veranlasst. Die Ergebnisse werden in den jeweiligen fachpolitischen Kontexten und Netzwerken sowie im Begleitausschuss vorgestellt. 

c) Strategische Evaluierung

Des Weiteren können strategische Evaluierungen durchgeführt werden, beispielsweise um  die Entwicklung einzelner Programmlinien im Verhältnis zu  gemeinschaftlichen oder nationalen Zielen zu prüfen. Bei Bedarf können auch in Kooperation von Bund und Ländern bestimmte Interventionsbereiche programmübergreifend untersucht werden. 

Verfahren

Alle Evaluierungen werden grundsätzlich nach einem formalen Vergabeverfahren durch externe Experten durchgeführt. Evaluierungen werden aus Mitteln der Technischen Hilfe finanziert. Innerhalb von 6 Monaten nach Genehmigung des Operationellen Programms wird ein Evaluierungsplan erarbeitet, der im Begleitausschuss präsentiert und anschließend an die Kommission übermittelt wird. Die Ergebnisse der Evaluierungsvorhaben werden fortlaufend im Begleitausschuss diskutiert und auf der ESF-Internetseite veröffentlicht.

Bund und Länder arbeiten bei den Evaluierungen zusammenarbeiten und tauschen ihre Erfahrungen aus. Der im Auftrag der Kommission verfasste EVALSED - ein Instrument für die Bewertung der sozioökonomischen Entwicklung - ist online und interaktiv zur Verfügung und enthält zusätzliche Ratschläge und Beispiele für vorbildliche Verfahren, insbesondere im Hinblick auf die Bewertungsmethoden und Qualitätsstandards: