Nicht nur (unbegleitete minderjährige) Flüchtlinge brauchen Hilfe

Datum
30.01.2018

Das gleiche gilt für das Personal und die Einrichtungen der Erziehungshilfe. Eine Videodokumentation zu diesem Thema finden Sie im ESF-Kanal von YouTube.

Das ESF-finanzierte Projekt FORUM:A beschäftigt sich mit der Verbesserung der Chancen und Perspektiven von unbegleiteten minderjährigen Ausländern (UMA) und von Menschen mit Migrationshintergrund und ihren Begleitern in den Einrichtungen der Erziehungshilfe. Zielsetzungen des Projekts ist zum einen die Unterstützung bei der Personalentwicklung, indem berufsbegleitende Qualifizierungen für Fach- und Führungskräfte angeboten werden, um Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten z. B. im interkulturellen Kontext zu verbessern. Zum anderen sollen die Organisationsentwicklungsprozesse gestärkt werden, indem Strukturen und Innovationen zur Optimierung von Hilfsangeboten thematisiert werden.

Dabei stehen zentrale Themen wie u. a. die Interkulturelle Öffnung von Einrichtungen und Diensten sowie das Wissen um und der Ausbau von Zugangsmöglichkeiten zu Bildung und Arbeit junger Flüchtlinge im Vordergrund.

Fachtagung "Traumatisiert?! Hilfen durch Erziehungsberatung"
In diesem Zusammenhang ist am 21.11.2017 in Frankfurt eine Fachtagung "Traumatisiert?! Hilfen durch Erziehungsberatung" mit rund 70 Teilnehmenden durchgeführt worden, in der sich mit zentralen Ansätzen der Beratungsarbeit traumatisierter Eltern und Kinder auseinandergesetzt wurde. Dabei wurde deutlich, dass hierbei eine alleinige Perspektive auf das Kind oder auf die Eltern zu kurz greift. Notwendig sei vielmehr eine ganzheitliche, systemische Perspektive - so die beiden Plenumsreferenten Alexander Korittko (Dipl. Sozialarbeiter, Paar- und Familientherapeut) und Karl-Heinz Pleyer (Dipl.-Psychologe).

Alexander Korittko sprach von einem "erstarrten Mobile", wenn eine post-traumatische Interaktion innerhalb der Familie vorliegt und zeigte auf, wie Familien bei der Bewältigung erlebter Traumata unterstützt werden können.

Karl-Heinz Pleyer stellte im Anschluss das systemische Konstrukt der "parentalen Hilflosigkeit" als Traumafolgephänomen vor und verdeutlichte die systemische Annahme, dass "Verhaltensauffälligkeiten" des Kindes und "parentale Hilflosigkeit" miteinander entstehen, sich wechselseitig aufeinander beziehen und sich gegenseitig bedingen.

Videodokumentationen
Zu jedem der beiden Vorträgen ist eine Videodokumentation erstellt worden, die Sie sich im ESF-Kanal von YouTube anschauen können:

Das Projekt FORUM:A wird von Juli 2016 bis Juni 2019 im Rahmen des Programms "rückenwind+" vom ESF gefördert.