Jahreskonferenz des Europäischen Sozialfonds 2010: "Mit dem ESF in die Selbstständigkeit"

Mikrokreditfonds fördert in den ersten drei Monaten über 300 Gründungen

Datum
05.05.2010

Unter dem Motto "Mit dem ESF in die Selbstständigkeit" fand am 03. und 04. Mai 2010 die Jahreskonferenz des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Berlin statt.
Im Mittelpunkt standen dabei die Aktivitäten des ESF in Deutschland zur Förderung, Sicherung und Stabilisierung von Existenzgründungen.

"Als Finanzierungsinstrument der europäischen Beschäftigungsstrategie haben wir mit dem Europäischen Sozialfonds die Möglichkeit, neue Wege in die Selbstständigkeit auszuprobieren. Wir ergänzen die nationalen Politiken im Bereich der Gründungsförderung und nehmen dabei spezielle Zielgruppen in den Blick",

sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Hans-Joachim Fuchtel.

"Uns geht es darum, das persönliche Engagement der Menschen zielgerecht zu fördern, die den Mut haben, sich auf die eigenen Beine zu stellen."

Der ESF setzt mit seinen Programmen dort an, wo es Verbesserungspotenziale auf dem Gebiet der Gründungsunterstützung gibt und adressiert Zielgruppen, die durch die bisherigen Förderstrukturen nicht angesprochen werden. Dies sind insbesondere Menschen, die aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen, Migrantinnen und Migranten und Frauen. Gerade sie benötigen eine besondere finanzielle Förderung und Beratung. Dazu zählen begleitende Coachingangebote, die den Gründerinnen und Gründern nicht nur Unterstützung bei der Planung und Vorbereitung, sondern auch bei der praktischen Umsetzung ihrer Ideen bieten. Genau hierauf zielt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit den ESF-Programmen "Mikrokreditfonds Deutschland" und dem "Gründercoaching bei Gründungen aus Arbeitslosigkeit" ab.


Mit dem Mikrokreditfonds Deutschland reagiert die Bundesregierung auf die Wirtschaftskrise und den daraus resultierenden Kreditmangel. Seit Januar 2010 werden mit dem Mikrokreditfonds Kredite bis zu 20.000 Euro an kleine und junge Unternehmen vergeben. Die GLS Bank vergibt die Kredite auf Empfehlung von Mikrofinanzinstituten auf eigene Rechnung. Die Mikrofinanzinstitute betreuen die Kreditnehmenden persönlich. Der Mikrokreditfonds sichert gegenüber der kreditgebenden GLS Bank die Kreditausfälle ab und fördert erfolgreiche Mikrofinanzinstitute. Der Fonds hat ein Volumen von 100 Millionen Euro. Etwa 60 Millionen Euro kommen aus dem ESF.

  • In den ersten Monaten Laufzeit wurden bereits mehr als 300 Kleinkredite empfohlen; davon allein 160 im März 2010. 
  • Insgesamt wurden bereits rund eine Million Euro an Mikrokrediten ausgezahlt.
  • Unternehmer/innen mit Migrationshintergrund erhalten derzeit knapp die Hälfte der vergebenen Kredite.
  • Schwerpunkt der finanzierten Branchen sind Dienstleistungen, gefolgt von Gastronomie und Einzelhandel.

Das "Gründercoaching bei Gründungen aus Arbeitslosigkeit" soll die Erfolgsaussichten und nachhaltige Sicherung von Existenzgründungen erhöhen. Gefördert werden Coachingmaßnahmen innerhalb des ersten Jahres nach der Gründung zu allen wirtschaftlichen, finanziellen und organisatorischen Fragen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Existenzgründungen. Seit Programmstart am 01. Oktober 2009 wurden mehr als 21.000 Gründerinnen und Gründer aus Arbeitslosigkeit gefördert.


Neben dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales setzen das Wirtschafts-, das Bildungs-, das Familien- und das Verkehrsministerium weitere ESF-Programme zur Existenzgründungsförderung um, die im Rahmen der ESF-Jahreskonferenz vorgestellt werden.

Selbstständigkeit in Deutschland

  • Rund 3,9 Millionen Selbstständige gibt es in Deutschland, 2009 gründeten 410.000 Menschen ein Unternehmen.
  • Arbeitslose Menschen sehen Existenzgründung zunehmend als Perspektive zur herkömmlichen Beschäftigung. 2009 gründeten über 150.000 Menschen aus der Arbeitslosigkeit heraus Unternehmen.
  • Nur circa ein Drittel aller Selbstständigen in Deutschland sind Frauen.

Der Europäische Sozialfonds

Der ESF ist das wichtigste beschäftigungspolitische Förderinstrument der Europäischen Union. Dreieinhalb Milliarden Euro stellt die Europäische Kommission im Rahmen des ESF bis zum Jahr 2013 zur Verfügung, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, Beschäftigung zu sichern und die soziale Eingliederung voranzutreiben. In Deutschland werden zurzeit 55 ESF-Programme als Ergänzung zur nationalen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik umgesetzt.


Nähere Informationen zum Europäischen Sozialfonds und zu den ESF-Programmen im Bereich "Existenzgründung" finden Sie unter: www.esf.de

Persönliche Geschichten von Menschen, die eine ESF-Förderung erhalten haben sind ab sofort abrufbar unter: www.esf-meine-geschichte.de