"Zusammen. Zukunft. Gestalten"

Datum
26.01.2015

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles und EU-Beschäftigungskommissarin Marianne Thyssen eröffnen neue Förderperiode des Europäischen Sozialfonds

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, und die EU-Kommissarin für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten, Qualifikation und Mobilität der Arbeitnehmer, Marianne Thyssen, haben heute in Berlin den Startschuss für die neue Förderperiode des Europäischen Sozialfonds (ESF) gegeben. Die ESF-Förderperiode steht unter dem Motto "Zusammen. Zukunft. Gestalten" - um zu verdeutlichen, dass der ESF in die Zukunft der Menschen in Europa investiert.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles:

Wir in Deutschland setzen den ESF vor allem dafür ein, benachteiligte Menschen in Arbeit zu bringen und kleine und mittlere Unternehmen bei der Suche nach Fachkräften und im Umgang mit dem demografischen Wandel zu unterstützen. Der ESF bietet Qualifizierung und fördert die Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Das zeigt sich deutlich in den 26 Programmen, die von 2014-2020 gefördert werden und mit denen wir rund 730.000 Menschen erreichen wollen.

Die ESF-Strategie des Bundes zielt insbesondere auf die Sicherung des Fachkräftebedarfs, die Bewältigung des demografischen Wandels in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie die Unterstützung bestimmter Personen bei der Integration in den Arbeitsmarkt, z.B. benachteiligte junge Menschen, Langzeitarbeitslose und Personen mit Migrationshintergrund.

EU-Beschäftigungskommissarin Marianne Thyssen:

Der Europäische Sozialfonds ist ein entscheidendes europäisches Instrument zur Förderung der Beschäftigungs- und Sozialpolitik in unseren Mitgliedstaaten. Ich freue mich, dass wir weiter partnerschaftlich zusammenarbeiten werden, um die bestmöglichen Chancen für Bildung, berufliche Qualifikation und lebenslanges Lernen zu schaffen, Menschen bei der Suche nach guten Arbeitsplätzen zu unterstützen und die soziale Eingliederung in Deutschland zu fördern.

Die EU-Kommission hat das Operationelle Programm des ESF für Deutschland (ESF-OP des Bundes) mit einem finanziellen Volumen von rd. 2,7 Milliarden Euro angenommen.

  • 38 Prozent der Gesamtmittel fließen in die Förderung der sozialen Integration und die Bekämpfung der Armut. Rund 73 000 Langzeitarbeitslose, 150 000 Migrantinnen und Migranten und 100 000 benachteiligte junge Menschen sollen mit diesen Maßnahmen unterstützt werden.
  • In Bildung, Kompetenzen und lebenslanges Lernen werden 33 Prozent der Mittel investiert. U.a. können so rund 100 000 junge Menschen beim Berufseinstieg unterstützt werden.
  • Ein Viertel der verfügbaren Mittel fließt in die Förderung einer nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Beschäftigung. Rund 260 000 KMU, 20 000 (bisher nicht erwerbstätige) Frauen und 18 000 Migrantinnen und Migranten werden mit diesen Maßnahmen unterstützt.

Das bedeutendste Programm für junge Menschen ist die Berufseinstiegsbegleitung nach § 49 SGB III. Hierfür sind 1,05 Mrd. Euro Gesamtmittel (dv. rd. 530 Mio. Euro ESF-Mittel) im Zeitraum von März 2015 bis 2022 vorgesehen. Kernziel ist die Eingliederung junger Menschen in eine Berufsausbildung im Betrieb. Der Berufseinstiegsbegleiterin oder der Berufseinstiegsbegleiter, die bei Bildungsträgern beschäftigt sind, die von der Bundesagentur für Arbeit mit der Durchführung der Maßnahme beauftragt werden, unterstützt junge Menschen kontinuierlich und individuell von der Schule bis in das erste halbe Jahr der Berufsausbildung im Betrieb oder wenn es mit einem Ausbildungsplatz im Betrieb nicht klappt, bis zu zwei Jahre nach Schulende in Maßnahmen des Übergangsbereichs hinein.

Bundesministerin Nahles und EU-Kommissarin Thyssen besuchten am Nachmittag das Ausbildungszentrum von Siemens in Berlin, um Ergebnisse des Programms in der Praxis zu erleben.

Fünf Bundesministerien beteiligen sich mit eigenen Programmen am ESF Bundes-OP:

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Der ESF wurde bereits 1957 ins Leben gerufen und ist Teil der Europäischen Kohäsionspolitik, um den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt in Europa zu unterstützen. Der ESF fördert praxisnahe Projekte, die vor Ort Wirkung entfalten. Die Themen und Schwerpunkte des ESF passen sich an die aktuellen Herausforderungen am Arbeitsmarkt an; dabei bleibt ein Kernziel immer bestehen: Der ESF investiert in die Menschen in Europa.

Näheres zum ESF unter www.esf.de und www.esf-meine-geschichte.de

Zusatzinformationen

ESF-Trai­ler

Der ESF in Deutsch­land

 (ESF-Trailer)