Preisträgerin Miradije Sacipi

Miradije Sacipis Geschichte beginnt damit, dass sie 2009 mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern aus Mazedonien nach Deutschland flüchtete. In Mazedonien wurden sie als Roma diskriminiert und die Lebensbedingungen waren für sie sehr schwierig. Als sie in Deutschland ankamen, war alles neu und sie verstanden die Sprache nicht.

"Doch von Anfang an war es unser Ziel, Deutsch zu lernen, uns gut zu integrieren und uns ein gutes Leben in Deutschland aufzubauen."

Das heißt für Miradije Sacipi vor allem eines: Dinge alleine erledigen zu können, Arbeit zu haben, vom eigenen Lohn zu leben und in einer eigenen Wohnung zu wohnen - nicht im Flüchtlingswohnheim.

"Ich beobachtete, dass es viele alte Menschen in Deutschland gibt." So entstand die Idee, mit ihnen zu arbeiten. Sie machte ein Praktikum im hauswirtschaftlichen Bereich eines Altenpflegeheims. Durch die praktischen Erfahrungen hatte sie die Möglichkeit, zu erfahren, was Altenpflege bedeutet.

"Sehr hilfreich war für mich, dass ich kostenfrei an einer 'Basisqualifikation in der Altenpflege' des Projektverbundes Bleiberecht Freiburg in Kooperation mit den Johannitern teilnehmen konnte." Miradije Sacipi knüpfte durch das zugehörige Pflegepraktikum Kontakt zu einem Praktikumsbetrieb, der ihr schließlich einen Ausbildungsplatz anbot. Nachdem mit Unterstützung des Projektverbundes Bleiberecht ihr mazedonischer Abschluss anerkannt wurde, begann sie im September 2013 mit der Ausbildung zur Altenpflegerin.

Ein tiefer Einschnitt in ihre Zukunftspläne war die Ausreiseaufforderung, die sie und ihre Familie am 2. April 2012 erhalten haben und die ihnen den Boden unter den Füßen wegzog. Trotzdem haben viele weiterhin an sie geglaubt: "Dass es doch nicht dazu kam, dass wir ausreisen mussten, verdanke ich dem Projektverbund Bleiberecht und vielen weiteren Unterstützern. Wir waren sehr froh, als wir erfuhren, dass die Härtefallkommission unsere Anstrengungen, uns in Deutschland schnell und gut zu integrieren, anerkannt hat." Seit Dezember 2013 haben sie nun eine Aufenthaltserlaubnis.

"Ich möchte mich bei allen bedanken, die uns unterstützt haben!"

Und ihre Träume? Sie möchte die Ausbildung zur examinierten Altenpflegerin erfolgreich abschließen, danach als Fachkraft in diesem Bereich arbeiten und sich später im Pflegebereich weiter fortbilden oder vielleicht sogar ein Bachelorstudium absolvieren.

Informationen zum ESF-Programm und -Projekt:
XENOS - Arbeitsmarktliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge
Projektverbund Bleiberecht Freiburg / Breisgau-Hochschwarzwald - Integration in Arbeit und Ausbildung für Flüchtlinge

Projektträger: Caritasverband Freiburg-Stadt e.V.

Seit 2008 unterstützt der "Projektverbund Bleiberecht Freiburg/Breisgau-Hochschwarzwald - Integration in Arbeit und Ausbildung für Flüchtlinge" in der Stadt Freiburg lebende Flüchtlinge. Ziel des Projektverbundes ist es, Flüchtlingen eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit zu ermöglichen, indem sie in Arbeit und Ausbildung vermittelt werden. Der Projektverbund bietet Flüchtlingen kostenlose Beratung- und Vermittlungsangebote, Deutschkurse sowie berufliche Qualifizierungen und unterstützt sie bei der Aufenthaltssicherung. Über 30 ehrenamtlich Tätige begleiten und unterstützen die Flüchtlinge u.a. dabei, die deutsche Sprache zu lernen, Behördengänge zu erledigen und einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu finden.

25.04.2016