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MEHR Männer in Kitas
Mit dem Modellprogramm "Mehr Männer in Kitas" will das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in enger Zusammenarbeit mit Ländern und Kommunen die Anzahl männlicher Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen erhöhen und damit auch die Qualität der Kindertagespflege sichern und verbessern, sowie das Personalangebot erweitern. Ziel der ausgewählten Modellprojekte ist, das Interesse von Jungen und Männern am Beruf des Erziehers zu wecken, Männer bei der Entscheidung zu unterstützen, den Erzieherberuf zu wählen, und die Perspektiven für Männer (und Frauen) im Arbeitsfeld Kindertageseinrichtungen zu verbessern.
Zur Gewinnung von Männern für das Arbeitsfeld "Kindertagespflege" werden 16 Modellregionen mit insgesamt 13,25 Millionen Euro Bundes- und ESF-Mitteln gefördert. In diesen Regionen werden - entsprechend der lokalen bzw. regionalen Gegebenheiten - Ideen und Strategien zur langfristigen Erhöhung des Anteils männlicher Fachkräfte in Kindertagesstätten entwickelt und implementiert. Dazu gehören z.B.
- Instrumente, Verfahren und Maßnahmen, die die besondere Situation von männlichen Fachkräften in Kitas berücksichtigen und ihnen einen konfliktarmen Einstieg und ein ebensolches Weiterarbeiten ermöglichen.
- Konzepte, die dazu beitragen, die Perspektiven für Männer im Arbeitsfeld Kindertageseinrichtung zu verbessern und eine gute Zusammenarbeit von Männern und Frauen zu fördern.
- Kooperationen von Ausbildungseinrichtungen, Kindertageseinrichtungen, Schulen und örtlicher Jungenarbeit, die nachhaltige Vereinbarungen/ Bündnisse treffen, um Jungen bzw. junge Männer in der Berufsorientierung sowie Auszubildende verstärkt für Hospitationen und Praktika in Kindertageseinrichtungen gewinnen (z.B. mit Hilfe des Boys Day)
- Strategien zur Ansprache und Gewinnung von Männern, die sich beruflich um- oder neu orientieren.
Darüber hinaus leistet das Programm einen Beitrag zur Qualifizierungsinitiative "Aufstieg durch Bildung" der Bundesregierung und langfristig zur personellen Absicherung des Ausbaus der Kindertagesbetreuung nach Kinderförderungsgesetzes (KiföG).
Die gezielte Erhöhung des Anteils männlicher Fachkräfte in der Kindertagespflege ist aus folgenden Gründen notwendig:
1. Im frühkindlichen Bereich fehlen moderne männliche Rollenvorbilder und Bezugspersonen für Mädchen und Jungen:
- In Kitas liegt der Anteil der männlichen Erzieher bei 2,4 Prozent (2008).
- Gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen führen häufig zu abwesenden familiären Vorbildern.
- Vorhandene familiäre Vorbilder müssen nicht unbedingt den Erwartungen an moderne männliche Rollenbilder entsprechen (das trifft besonders für traditionelle und sozial schwache Milieus zu).
2. Der Bedarf an männlichen Fachkräften in sozialen, pflegerischen und erzieherischen Berufen, in denen Männer bislang unterrepräsentiert sind, wächst. Um das geplante Ausbauziel der Kindertagesbetreuung zu erreichen (35 Prozent bis 2013) werden nach aktuellem Datenstand bis zum Jahr 2013 rund 35.000 bis 40.000 zusätzliche Vollzeitstellen in Tageseinrichtungen und rund 25.000 Tagespflegepersonen benötigt.
3. Die höchsten Zuwächse an Arbeitslosen verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit bei den jungen Männern bis 24 Jahren - und vor allem bei jenen in klassischen Männerberufen. Der Strukturwandel führt zu einem Rückgang von traditionell männlich besetzten Berufsfeldern. Die fehlenden Optionen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sind damit eine Ursache von sinkenden Zukunftschancen für Teilgruppen männlicher Jugendlicher.
Ziele des Programms:
Durch die Erprobung innovativer Modellprojekte und die Dokumentation und Übertragbarkeit daraus entstehender best-practice-Erfahrungen soll das Programm mittel- und langfristig dazu beitragen, den Anteil männlicher Fachkräfte in Kitas von 2,4 Prozent (2008) auf mindestens 20 Prozent gemäß der EU-Empfehlung zu erhöhen.
Kurz- und mittelfristig geht es darum:
- die gesellschaftliche Wahrnehmung und Sensibilisierung für das Thema zu erhöhen
- den Jungenanteil bei Schülerpraktika, Schnupperangeboten usw. in sozialen Berufen zu erhöhen
- das Thema "Männer in Kitas" in der Arbeit der Kitaträger und -leitungen, aber auch in der Ausbildung, in Fach- und Hochschulen zu verankern
- Konzepte und Strategien zur nachhaltigen Erhöhung des Männeranteils in Kitas durch die Träger zu entwickeln
- den Väteranteil bei Elterntreffen von Kitas zu erhöhen
Zielgruppen:
Träger und Trägerverbände von Kindertageseinrichtungen, die überörtlich (in mehreren Gemeinden) oder in einer Großstadt (über 100.000 Einwohner/innen) arbeiten.
Prioritätsachse:
C (Beschäftigung und soziale Integration)
Laufzeit:
2011 bis 2013
Kontakt:
ESF-Regiestelle
Servicestelle "MEHR Männer in Kitas"
Tel.: 030 390 634-60
E-Mail: mehr-maenner-in-kitas@esf-regiestelle.eu
Inhaltliche Beratung
Büro Stiftung SPI
Schicklerstr. 5-7
10179 Berlin
Tel.: 030 390634-60
Fax: 030 390634-80
Fördermittelberatung
Büro gsub
Kronenstr. 6
10117 Berlin
Tel.: 030 28409-230
Fax: 030 28409-210
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Dr. Angela Icken
Leiterin Referat 408
E-Mail: angela.icken@bmfsfj.bund.de
Christian Hoenisch
Referat 408
E-Mail: christian.hoenisch@bmfsfj.bund.de
Infos und Materialien zum Thema
- Webseite des Programms "MEHR Männer in Kitas" des BMFSFJ
- Website der Koordinationsstelle "Männer in Kitas"
- Kristina Schröder: "Wir wollen mehr männliche Erzieher in Kindertagesstätten"
- Studie zum Thema "Männliche Fachkräfte in Kindertagesstätten"
- Auswahlkriterien - MEHR Männer in Kitas (PDF-Dokument, 104 KB)
- Förderleitlinien zum Programm "MEHR Männer in Kitas"
