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14.07.2011
IdA-Projekt Move and Work stellt Ergebnisse vor
Move and Work - Integration durch Austausch in der Region Münsterland
"Ich hätte nie gedacht, dass ich das schaffe." So fasst eine 16jährige Schülerin des Anne-Frank-Berufskollegs ihren sechswöchigen Auslandsaufenthalt am Elmwood-College in Schottland zusammen. Die Ängste vor dem Aufenthalt waren vielfältig: Bekomme ich Heimweh? Reichen meine Englischkenntnisse? Werde ich den Anforderungen während der Berufspraktika gerecht? Und so schwingt jetzt durchaus Stolz auf das Geleistete in der Stimme mit.
Insgesamt 24 Schülerinnen und Schüler des Anne-Frank-Berufskollegs und des Hansa-Berufskollegs hatten im Rahmen des Projektes "Move and Work - Integration durch Austausch in der Region Münsterland" die Gelegenheit, von Ende April bis Anfang Mai ein sechswöchiges Auslandspraktikum in Schottland durchzuführen und dort berufspraktische Erfahrungen in den Bereichen Pflege, Kosmetik, Gartenbau, Gastronomie, Friseur, Tierpflege, Landschaftspflege, Sport/Trainer zu sammeln. "Nicht alle Jugendlichen haben die Möglichkeit, schon während ihrer Schulausbildung einen Auslandsaufenthalt zu absolvieren", erläutert Claudia Böing, Projektleiterin der Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung (GEBA) mbH. Das Projekt "Move and Work" wird im Rahmen des Programms "IdA - Integration durch Austausch" vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie dem Europäischen Sozialfonds gefördert. Durch die Förderung des transnationalen Austausches und der transnationalen Mobilität ermöglicht IdA es, dass u. a. Jugendliche, die bisher keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, im EU-Ausland ihre berufspraktischen Erfahrungen und beruflichen Kompetenzen erweitern. Ziel ist es, den Jugendlichen hierdurch den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Wichtige Kooperationspartner des Projektes sind daher das Amt für Schule und Weiterbildung, das Jobcenter und die Agentur für Arbeit Münster.
Um den Auslandsaufenthalt zielgerecht durchführen zu können, erhielten die Schülerinnen und Schüler intensive Trainings in den Themen Interkulturelle Kompetenz, Konfliktmanagement, Berufsorientierung und Englisch. Durchgeführt wurden die Trainings von Mitarbeiterinnen des Vereins Ethnologie in Schule und Erwachsenenbildung (ESE) e.V., die auch zusammen mit Lehrkräften der beiden Berufskollegs die Schülerinnen und Schüler nach Schottland begleitet haben. "Viele Situationen in Schottland haben uns gezeigt, wie wichtig diese Vorbereitung und auch die Begleitung für die Schülerinnen und Schüler war", so Sabine Eylert, eine der Projektleiterinnen von ESE. "Sehr spannend war es zudem zu beobachten, wie das Selbstbewusstsein der Schülerinnen und Schüler während der sechs Wochen gestärkt wurde und wie souverän sie in den letzten Wochen mit den unterschiedlichsten Anforderungen umgegangen sind", ergänzt Irmgard Hellmann de Manrique, ebenfalls Projektleiterin von ESE.
Diesen Eindruck kann Karin Kietzmann, Leiterin des Anne-Frank-Berufskollegs, nur bestätigen. "Der Aufenthalt in Schottland hat auf jeden Fall zu mehr Selbstständigkeit bei den Schülerinnen und Schülern geführt." Und auch wenn es die ein oder andere Situation gab, die zu Unsicherheit führte - "Das Feedback unserer Schülerinnen und Schüler ist durchweg positiv", so Marten Beckmann, Lehrer des Hansa-Berufskollegs. "Viele haben zudem nun eine feste Vorstellung davon, in welchem Bereich sie arbeiten möchten". Diese Eindrücke lassen sich auch anhand von Zahlen beweisen: 21 von 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben bereits klare Perspektiven für ihre berufliche Zukunft und werden entweder einen weiterführenden Berufsbildungsgang absolvieren oder haben bereits einen Ausbildungsplatz gefunden. Alle Schülerinnen und Schüler werden darüber hinaus intensiv von dem Projektteam nachbetreut.
"Umso mehr freuen wir uns, dass wir im Rahmen des Projektes auch im nächsten Jahr wieder Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu einem Aufenthalt in Schottland bieten können, um dort lern- und berufspraktische Erfahrungen sammeln zu können", so Böing.
