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01.12.2011

"IdA" hilft bei der Job-Suche 

Neues Programm für Behinderte - Teilnehmer sammeln Erfahrungen im Ausland 

Durch mehrwöchige Praktika im Ausland sollen die Chancen von Menschen mit einer Behinderung auf dem Arbeitsmarkt erhöht werden.

"Integration durch Austausch" (IdA) heißt das Programm. 44 einzelne Projekte sind es in ganz Deutschland. Angestoßen hat sie das Bundesarbeitsministerium, der Europäische Sozialfonds (ESF) fördert es mit. In der Region wird es vom Beruflichen Förderzentrum der Bayerischen Wirtschaft (bfz) sowie den Jobcentern Nürnberg, Fürth und Fürth-Land umgesetzt.
Schirmherr ist Horst Schmidbauer, der Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe Nürnberg. "Behinderte haben es doppelt schwer, eine Arbeitsstelle zu finden", betonte Schmidbauer, "deshalb sind alle Anstrengungen zu begrüßen, diesen Menschen eine bessere Perspektive zu geben." IdA-Projektleiter Reinhard Heinl sagte: "Wir haben mehr Bewerber als Plätze zur Verfügung stehen." Nach seinen Angaben ist der hiesige Anteil von Schwerbehinderten unter Arbeitslosen besonders hoch. In Nürnberg beträgt er gut 10 Prozent, in Fürth immerhin noch 7,4 Prozent. Im Bundesdurchschnitt sind es dagegen 4,8 Prozent.
Jeder IdA-Kurs - geplant sind in Nürnberg vorerst sechs mit je etwa 15 Teilnehmern - dauert alles in allem fünf Monate. Kern ist ein Praktikum von vier bis sechs Wochen im Ausland. Das bfz in Nürnberg arbeitet mit Partnern im österreichischen Salzburg zusammen.
Was für Schüler oder Studenten, so Heinl, längst gang und gäbe ist, nämlich das Sammeln von Erfahrungen im Ausland, hilft auch Menschen mit einem Handikap, sich beruflich neu zu orientieren. "Das ist für die Betroffenen ein enormer Gewinn, genauso wie für die Experten in beiden Ländern, die sich der Integration Behinderter in diesem Bereich widmen."
Ein erster Durchgang steht kurz vor dem Ende. Der 33-jährige Konstantin Wacker war einer der IdA-Teilnehmer. Der gelernte Bürokaufmann konnte lange Zeit wegen einer schweren Nierenerkrankung nicht arbeiten. In Salzburg war er in einem Baumarkt tätig. Mit den dort frisch erworbenen Qualifikationen hofft er nun, in Nürnberg wieder eine passende Stelle zu finden.
Richard-Andreas Baumüller, ein IdA-Kollege von Wacker, hat einen völlig neuen Weg eingeschlagen. Der 48-jährige gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann, dem seit vielen Jahren Lendenwirbel und rechte Hüfte schwer zu schaffen machen, war in einer Salzburger Seniorenresidenz im Einsatz. Das hat ihm so gut gefallen, dass er nun in Nürnberg eine Ausbildung zum Betreuungsassistenten anschließen möchte. Die für ihn zuständige Mitarbeiterin im Jobcenter hat bereits signalisiert, dass die auch bezahlt wird.

Quelle: Nürnberger Nachrichten vom 01. Dezember 2011


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