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02.01.2012
"Eins plus mit Sternchen" erhalten
IdA-Projekt mit deutscher Jugendwerkstatt ging in die zweite Runde.
"Ich habe hier in Österreich so viel unternommen, wie die letzten eineinhalb Jahre zusammen. Mein Selbstbewusstsein ist gestiegen. Ich habe mich so vielen Ängsten gestellt. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal glücklich war, aber momentan bin ich nah dran am Glücklichsein", so lautet nach dreieinhalb Wochen das Fazit des Jugendlichen M. aus dem Kreis Unna.
Ein schöneres Kompliment und Bestätigung kann es für ein Jugendprogramm nicht geben. Ähnlich gute Zeugnisse gab es von den vierzehn anderen Jugendlichen und ihren Betreuern, die bis 1. Juni in den Jugendwerkstätten und der Werkzeit GmbH praktische Auslandserfahrungen sammelten. "Integration durch Austausch - kurz IdA" heißt das EU-Projekt, in dessen Rahmen das auf drei Jahre ausgelegte Jugendaustauschprogramm stattfindet.
Möglichkeiten schaffen
Hauptziel ist es, die Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten benachteiligter Menschen zu erhöhen. Im Vordergrund steht die Förderung von transnationalen Austausch- und transnationalen Mobilitätsvorhaben. Durch die Erweiterung ihrer lebensweltlichen und arbeitspraktischen Erfahrungen im EU-Ausland, sollen die Jugendlichen bessere berufliche Integrationschancen erwerben. Gestartet wurde der Austausch mit den Jugendlichen aus Unna/Dortmund bereits im vergangenen Jahr, ausgelegt ist das Projekt auf drei Jahre.
Rund 20 deutsche Jugendliche kommen für circa vier Wochen nach Dornbirn und arbeiten an verschiedenen Arbeitsprojekten mit. Das IdA-Projekt der Werkstatt im Kreis Unna und der Dornbirner Jugendwerkstätten ist damit der längste und intensivste Jugendaustausch, der je in Vorarlberg stattgefunden hat. Dieses Jahr standen neben der Erfahrung des Berufsalltags das Bauen eines Grillplatzes in Sonntag-Stein, die Bepflanzung eines Baches, das Mithelfen in der Schwimmbadgastronomie oder das Bauen eines Tisches für einen öffentlichen Rastplatz auf dem Programm.
Für ein besseres Kennenlernen von Land und Leuten gab es gemeinsame Ausflüge. Beim Besuch des Mittelaltermarkts, beim Klettern im Schneckenloch, bei der Schifffahrt auf dem Bodensee, beim Coastern auf der Sommerrodelbahn und beim Grillen an der Dornbirner Ach wurden, neben dem Erlebnischarakter, Kompetenzen wie Selbstbewusstsein, Eigenverantwortung und Teamfähigkeit gestärkt.
"Es war erstaunlich, die positive Entwicklung bei den Jugendlichen zu erleben. Viele von ihnen sind psychisch vorbelastet und manche sind in den letzten Wochen über ihre Grenzen hinausgewachsen und haben Kompetenzen neu entdeckt oder wiedergefunden", resümiert die deutsche Betreuerin Stefanie Witthüser. Alle Jugendlichen, die am Austausch teilgenommen haben, bekommen ein Zeugnis über das Auslandspraktikum, das ihnen bessere Chancen am Arbeitsmarkt einräumen soll. "Es ist toll, dass die EU Geld bereitstellt für ein Projekt, das direkt bei den Jugendlichen ankommt und von dem sie in höchstem Maße profitieren", so Elmar Luger von den Dornbirner Jugendwerkstätten.
Quelle: Vorarlberger Nachrichten (VN) vom 23. Juni 20111
