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XENOS - Leben und Arbeiten in Vielfalt
Das Bundesprogramm "XENOS - Leben und Arbeiten in Vielfalt" endete zum 31. Dezember 2007. Das Programm wurde aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und bündelte unterschiedliche Aktivitäten einzelner Akteure, indem es Bund, Länder und Gemeinden, Betriebe und Schulen zusammenführte. Auf dieser Basis konnten neue Wege und Methoden zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit erprobt und erfolgreiche Projekte nachhaltig verbreitet werden. Gemeinsam mit den Initiativen CIVITAS und ENTIMON bildete XENOS das Aktionsprogramm "Jugend für Toleranz und Demokratie - gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus". Die Initiative war eingebettet in das von der Bundesregierung im Mai 2000 initiierten "Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt".
Im Mittelpunkt des Bundesprogramms standen insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene, die durch fremdenfeindliches Denken und Handeln aufgefallen waren oder sich dafür anfällig zeigten. "XENOS - Leben und Arbeiten in Vielfalt" verknüpfte arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für Jugendliche und junge Erwachsene mit Aktivitäten gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Das Programm setzte an der Schnittstelle von Schule, Ausbildung und Arbeitswelt an und förderte das friedliche Zusammenleben innerhalb der Gesellschaft und stärkte so zivilgesellschaftliche Strukturen.
Eine weitere Zielsetzung bestand darin, lokale Energie zu bündeln, regionale Strukturen zu stärken und funktionierende Netzwerke hervorzubringen. Starke lokale Kooperationsstrukturen bildeten eine wesentliche Voraussetzung, um dem Auftreten von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit erfolgreich vorzubeugen und zu begegnen. Indem arbeitsmarktrelevante Qualifizierungsmaßnahmen mit Vor-Ort-Aktivitäten gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit verknüpft wurden, entstanden Synergie-Effekte, die zum Erfolg des Programms beitrugen.
Förderschwerpunkte:
Projekte im Bundesprogramm "XENOS - Leben und Arbeiten in Vielfalt" mussten zwei grundlegende Anforderungen erfüllen: Sie mussten sich auf arbeitsmarktbezogene Aktivitäten gründen und dabei Wirkungen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entfalten. Die förderungsfähigen Maßnahmen waren insgesamt vier Förderschwerpunkten zugeordnet:
- Integrierte lokale Projekte, mobile Beratungsteams und Expertenpools zielen auf die Förderung lokaler und regionaler Kooperationen von Kernakteuren des Arbeitsmarktes zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen und bürgerschaftlichen Engagement.
- Qualifizierungen von Multiplikatoren vermitteln Strategien und Methoden für den Umgang mit Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.
- Maßnahmen in Schule, Beruf und Betrieb ergänzen bestehende Angebote der schulischen und beruflichen Bildung durch praxisorientierte Maßnahmen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.
- Information und Sensibilisierung soll eine vertiefte Präsenz der XENOS-Thematik in Wissenschaft, Politik, Unternehmen und Unterricht bewirken.
Förderphasen und Finanzierung:
Die Umsetzung des Förderprogramms XENOS erfolgte über das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), in dem die Programmverwaltung und die Nationale Koordinierungsstelle angesiedelt waren.
Zur Durchführung von XENOS stellte das BMAS rund 75 Mio. EUR für den Förderzeitraum 2000 bis 2007 aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) bereit. Durch die Kofinanzierung von Bund, Ländern und Gemeinden standen für die Verwirklichung von XENOS insgesamt 160 Mio. EUR zur Verfügung. Bei der inhaltlichen Ausgestaltung des Programms kooperiert das BMAS mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Seit 2001 wurden im Rahmen einer 1. und 2. Förderrunde insgesamt 250 bis zu dreijährige XENOS-Projekte gefördert. Bis Ende 2007 nahmen 500.000 Teilnehmer/innen an XENOS-Projekten teil.
Evaluation:
Mit dem Ziel, das Bundesprogramm XENOS in seiner Gesamtheit fachlich zu bewerten, wurde das Programm von 2004 bis 2007 einer umfassenden externen Evaluation durch das Beratungsunternehmen Ramboll Management unterzogen. Im Rahmen der Evaluation wurde ein methodisch differenziertes Vorgehen gewählt, das auf qualitativen Fallstudien, quantitativen Befragungen und weiterführenden Analysen (wie einer Vorher-Nachher-Analyse hinsichtlich der Wirkungen) bestand.
Darüber hinaus hat die Programmevaluation einen Handlungsleitfaden zur Konzeption und Durchführung von XENOS-Projekten entwickelt. Der Handlungsleitfaden gab Hinweise und Empfehlungen für eine erfolgreiche Projektkonzeption und Projektdurchführung sowie für Möglichkeiten, die Nachhaltigkeit sicherzustellen. Diese wurden durch konkrete Projektbeispiele veranschaulicht.
Der Abschlussbericht des Programms "XENOS - Leben und Arbeiten in Vielfalt" fasst die wesentlichen Evaluationsergebnisse zusammen, betrachtet die Programmwirkung auf individueller Ebene und schließt mit Handlungsempfehlungen für künftige Programme.
Infos und Materialien zum Thema
- Handlungsleitfaden für die Entwicklung und Umsetzung von XENOS-Projekten (PDF-Dokument, 328 KB)
- Ergebniskonferenz XENOS in Lübeck 2007 (PDF-Dokument, 2 MB)
- Förderung von Toleranz und Interkultureller Kompetenz (PDF-Dokument, 2,7 MB)
- Evaluationsbericht XENOS 2007 (PDF-Dokument, 517 KB)
