BIWAQ - Zwischenbilanz und digitaler Aufbruch

Datum
14.12.2018

Die BIWAQ-Projekte der aktuellen Förderrunde enden mit Ablauf des Jahres 2018. Aus diesem Anlass fand am 17. September 2018 der BIWAQ-Zwischenbilanz-Kongress in Frankfurt am Main statt. Er stellte gleichzeitig den Aufbruch in die neue Förderrunde 2019-2022 dar: Ab 01. Januar 2019 werden bundesweit 37 Kommunen neue Angebote für Menschen in benachteiligten Quartieren durchführen, die auch auf die Förderung digitaler Kompetenzen abzielen.

Projektverantwortliche aller insgesamt 113 BIWAQ-Projekte der ESF-Förderperiode 2014-2020 waren auf dem Kongress zum fachlichen Austausch eingeladen. Bundesbaustaatssekretär Gunther Adler nutzte die Gelegenheit, sich bei den Kommunen für die bisher geleistete Arbeit zu bedanken. Er betonte die Notwendigkeit, mit Mitteln der Städtebauförderung und auch mit BIWAQ dazu beizutragen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie die Integration und gesellschaftliche Teilhabe in den Quartieren zu stärken. Symbolisch übergab er einen Staffelstab an die Projekte der neuen BIWAQ-Förderrunde 2019-2022.

Eine Gruppe Menschen
Bundesbaustaatssekretär Gunther Adler überreicht den Staffelstab an die neuen BIWAQ-Projekte der zweiten Förderrunde © BMI/Milton Arias

"BIWAQ wird in der neuen Förderrunde auch digital", so Baustaatssekretär Gunther Adler bei der Staffelstabübergabe. "Das Programm fördert Arbeitsmarktprojekte in den Quartieren des Städtebauförderungsprogrammes Soziale Stadt. Dabei muss der Blick heutzutage natürlich auch auf die digitale Inklusion gelenkt werden. Denn ein Smartphone zu haben, heißt noch lange nicht, sich im Dschungel von Online-Angeboten für Arbeit, Beratungsstellen, Beteiligungsverfahren und Versorgern zurecht zu finden. Dafür braucht es Kompetenzen, die in den BIWAQ-Projekten vermittelt werden."

Neben Staatssekretär Gunther Adler kamen Vertreterinnen und Vertreter ausgewählter Projektkommunen sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Politik im Rahmen eines Podiumsgesprächs zu Wort. Sie diskutierten über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in benachteiligten Quartieren und für die Menschen, die in den Quartieren leben. Es zeigte sich, dass mit der Förderung der digitalen Teilhabe auch die Aufklärung über den Schutz der eigenen Daten in den Fokus rückt. Digitale Teilhabe sollte als Querschnittsziel aller Projektaktivitäten berücksichtigt werden.

Bei BIWAQ entscheiden die Kommunen als Antragsteller selbst, welche konkreten Maßnahmen zur Integration von arbeitslosen Frauen und Männern ab 27 Jahren in Beschäftigung sie fördern. Das können Qualifizierungen zur Online-Bewerbung und -Arbeitssuche, die Akquise von Praktikums- und Arbeitsplatzangeboten oder die Unterstützung digitaler Unternehmensnetzwerke sein. Aber auch "klassische" Maßnahmen wie Qualifizierungen im Rahmen von Wohnumfeldverbesserungen, zum Beispiel die Anlage eines Nachbarschaftsgartens, können umgesetzt werden. Dadurch sind die Angebote passgenau und bedarfsgerecht und orientieren sich an den Zielen der integrierten Stadtentwicklung vor Ort. Hierzu gehört auch, dass alle relevanten Partner vor Ort einbezogen werden, neben den kommunal Verantwortlichen und den Jobcentern sind dies beispielsweise auch regionale Unternehmen.

Mit dem ESF-Programm BIWAQ unterstützt der Bund Städte und Gemeinden mit strukturschwachen, benachteiligten Quartieren (Fördergebiete des Städtebauförderungsprogramms "Soziale Stadt") darin, Maßnahmen der Arbeitsmarktförderung mit städtebaulichen Investitionen zu verzahnen. Ziel des BIWAQ-Programms ist es, in den benachteiligten Quartieren die Chancen der Bewohnerinnen und Bewohner (ab 27 Jahren) auf Arbeit und Ausbildung zu verbessern und zur Stärkung der lokalen Ökonomie beizutragen.

Für das ESF-Programm BIWAQ stehen für die gesamte EU-Förderperiode 2014-2020 bis zu rd. 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und bis zu rd. 64,5 Millionen Euro nationale Mittel aus dem Haushalt des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) zur Verfügung; davon für die jetzige neue Förderrunde 2019-2022 bis zu rd. 36 Millionen Euro ESF- und bis zu rd. 23 Millionen Euro BMI-Mittel. In einer ersten Förderrunde 2015-2018 konnten 76 Projekte gefördert werden.

Weitere Informationen zum ESF-Programm BIWAQ stehen auf dem ESF-Portal sowie auf der Webseite des Programms.

Eine Liste der ausgewählten BIWAQ-Projekte der Förderrunde 2019-2022 finden Sie hier.