Berlin wird international

Datum
11.12.2018

Gäste aus dem europäischen Ausland besuchten zum Vernetzungstreffen am 6. und 7. Dezember das Bundesarbeitsministerium, um sich im Rahmen des Programms "ESF-Integrationsrichtlinie Bund" zum Handlungsschwerpunkt "Integration durch Austausch (IdA)" auszutauschen.

Aus der Praxis für die Praxis
So lautete der inoffizielle Titel dieses regelmäßig zwei Mal im Jahr stattfindenden transnationalen Vernetzungstreffen, denn sowohl für die Praxis als auch aus der Praxis tauschten sich die IdA-Projekte gemeinsam mit ihren transnationalen Partnerorganisationen aus. Das Treffen stand unter dem Motto "IdA to be continued". Die Agenda orientierte sich an der aktuell nun eröffneten Möglichkeit, die Projektlaufzeit bis Ende 2020 zu verlängern. Grundlage hierfür ist die 2. Änderung der Förderrichtlinie vom 30.10.2018.

Welche Aspekte können mit Blick auf eine Fortführung der Projekte eine Rolle spielen, wo gibt es ggfs. Optimierungsbedarf? Bei dem aktuellen Treffen wurden neue Steuerungsinstrumente und strategische Werkzeuge vorgestellt. Darüber hinaus beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der Nachbereitungsphase im Anschluss an den Auslandsaufenthalt als wichtiges Bindeglied zwischen Auslandsaufenthalt und Integration in den Arbeitsmarkt, sowie mit der Öffentlichkeitsarbeit in der Projektpraxis.

Pädagogische und psychologische Aspekte
Am zweiten Tag wurde über die aktuellen Entwicklungen zur transnationalen Zusammenarbeit auf Ebene der EU Mitgliedsstaaten berichtet. Ein Schwerpunkt dieses Tages war das Thema pädagogische/ psychologische Unterstützung im Umgang mit den oftmals schwierigen IdA-Teilnehmenden im Austausch mit den transnationalen Partnern. Zum Thema "Berufsfindung und Berufsausbildung: Psychologische Aspekte der Motivierung, Kompetenz und Persönlichkeitsentwicklung" gab Prof. Dr. Franz Petermann (vom Zentrum der Klinischen Psychologie und Rehabilitation (ZKPR) der Universität Bremen) einen sehr lebendigen Einblick. Die Teilnehmenden konnten für ihre Projektarbeit viele hilfreiche Anregungen mitnehmen.

Teilgenommen haben insgesamt ca. 100 Vertreterinnen und Vertreter der Projekte und der Jobcenter sowie ca. 30 transnationale Partner aus Frankreich, Großbritannien, Italien, Schweden, Spanien und Tschechien, darunter Vertreter des tschechischen Arbeitsministeriums (Partner des Netzwerks TLN Mobility, eine Vertreterin der spanischen Botschaft, außerdem ein Projekt mit Projektteilnehmenden aus Tschechien (Ústí nad Labem).

Worum geht es bei IdA?
Ziel des ESF-Bundesprogramms "ESF-Integrationsrichtlinie Bund" ist es, vor allem Jugendliche und junge Erwachsene mit besonderen Schwierigkeiten beim Zugang zu Arbeit oder Ausbildung stufenweise und nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren oder ihnen einen Schulabschluss zu ermöglichen. Im Handlungsschwerpunkt "IdA - Integration durch Austausch" des Programms werden aktuell 32 Kooperations-/ Projektverbünde bundesweit gefördert, die mit transnationalen Partnern aus 16 EU MS/Regionen kooperieren.

Für zwei bis sechs Monate gehen die Teilnehmenden im Rahmen eines Auslandsaufenthalts mit betrieblichen Trainings ins europäische Ausland. Dies wird eingebettet in eine intensive Vor- und Nachbereitung. Der Aufenthalt in einem anderen europäischen Land soll neben Arbeits- und Fremdsprachenkenntnissen das Selbstbewusstsein der jungen Praktikanten stärken und damit die Integration in den Arbeitsmarkt unterstützen oder verbessern. Beim Auslandspraktikum erleben die Teilnehmenden oft zum ersten Mal, wie es ist, Anerkennung für die eigene Arbeitsleistung zu erhalten. Diese Wertschätzung beflügelt die jungen Frauen und Männer bei der anschließenden Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einer Beschäftigung.

Neben der hohen Motivation der Rückkehrerinnen und Rückkehrer, eine passende Ausbildungs- oder Arbeitsstelle zu finden, erhöht auch das große Interesse der Arbeitgeber an Auslandserfahrung ihre Einstellungschancen. Über die Hälfte der Auslandspraktikanten finden im Anschluss an ihre Teilnahme an einem IdA-Projekt in den Arbeitsmarkt.