Vier EXIST-Teams beim Gründerwettbewerb - Digitale Innovationen ausgezeichnet

Datum
08.10.2019

Bei vier von sechs Hauptpreisträgern handelt es sich um EXIST-Start-Ups.

Mit Künstlicher Intelligenz (KI) das Energiemanagement verbessern, das Smartphone als virtuelles Schnittmuster beim Nähen verwenden oder mit einer digitalisierten Prozesskette Menschenleben retten: Dies ist nur ein Auszug der einzigartigen Ideen, mit denen die Start-ups die Jury des vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) initiierten Gründerwettbewerbs - Digitale Innovationen überzeugen konnten. Dabei nahm die Zahl KI-basierter Ideen in dieser Wettbewerbsrunde weiter zu. In Kooperation mit dem Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) und den VDI Nachrichten zeichnete das BMWi die Preisträgerteams im September auf der EMO in Hannover aus.

Es wurden Preisgelder in Höhe von über 300.000 Euro an insgesamt 21 Start-ups aus der Digitalbranche vergeben: Sechs Teams wurden mit einem mit 32.000 Euro dotierten Hauptpreis ausgezeichnet, 15 Gründerteams erhielten Preisgelder in Höhe von je 7.000 Euro. Zusätzlich wurde der Sonderpreis "Digitalisierung in der Produktion" vergeben, der mit 10.000 Euro dotiert ist. Neben den Preisgeldern profitieren die Preisträger*innen von individuellem Coaching sowie Mentoring durch das Expert*innen-Netzwerk des Gründerwettbewerbs.

Von den sechs Hauptpreisträgerteams wurden vier durch EXIST gefördert:

  • qbound wurde durch das EXIST-Gründerstipendium gefördert und bietet eine innovative Access Management-Lösung für den Zugriff auf Applikationen, Cloud-Services und Geräte im Internet der Dinge (IoT) an, die sicherer und benutzerfreundlicher ist als herkömmliche VPN- und Firewall-Systeme. Dabei nutzt qbound neben Blockchain auch ein Konzept namens Software Defined Perimeter, welches ermöglicht, dass mit dem Internet verbundene Geräte und Anwendungen nicht nur besser geschützt, sondern ohne erfolgreiche Authentifizierung auch unsichtbar sind. Für IT-Systemadministrator*innen ermöglicht qbound die unkomplizierte Überwachung, Auswertung und Anpassung von Zugriffsberechtigungen in Netzwerken. Die IT-Sicherheitssoftware ist branchenübergreifend einsetzbar und wird für KMU und Großunternehmen angeboten.
  • Mit der Augmented-Reality-App Pattarina des gleichnamigen EXIST-geförderten Start-ups der BTU Cottbus können Hobbynäher*innen Schnittmuster nun direkt vom Smartphone auf Stoff übertragen. Die Konturen und Markierungen der Muster werden im Display auf dem Live-Bild des Stoffes eingeblendet. Die Nutzer*innen können dann mit einem Stift das Muster auf den Stoff übertragen. Dadurch entfällt das umständliche Ausschneiden, Anlegen und Fixieren von Schnittmustern aus Papier.
  • Das selbstlernende Assistenzsystem des Dresdner Start-ups Peerox hat zum Ziel, den Erfahrungsaustausch unter Bediener*innen von Maschinen zu verbessern. Dazu kombiniert die Software maschinelles Lernen auf Basis von Maschinendaten mit dem gesammelten Wissen erfahrener Nutzer*innen und Expert*innen im Betrieb. Nach dem Learning-by-Doing-Prinzip unterstützt das System als virtueller, mitlernender Kollege die Bediener*innen mit Ratschlägen im Produktionsalltag. Die Ausgründung des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV wird durch den EXIST-Forschungstransfer gefördert.
  • Das Start-up PerAGraft der RWTH Aachen verringert die Wartezeit auf maßgeschneiderte Blutgefäßprothesen, die für Aneurysma-Patient*innen lebensrettend sind, von bis zu acht Wochen auf nur fünf Tage. Möglich macht das eine durchgängig digitale Prozesskette auf Basis von Computertomografie-Aufnahmen der Patient*innen. So kann die Auftragsabwicklung - vom Dateneingang über den Entwurf und die Simulation bis zur computergesteuerten Produktion des individuellen Implantats - weitgehend automatisiert und erheblich beschleunigt werden. Die Technologie von PerAGraft ist auch auf andere Implantatarten anwendbar. Auch PerAGraft wird derzeit durch den EXIST-Forschungstransfer gefördert.

Den Hauptpreis in zweifacher Hinsicht erhielt das (nicht durch EXIST geförderten) Start-up etalytics aus Darmstadt. Zusätzlich zum Hauptpreis wurde es mit dem Sonderpreis "Digitalisierung in der Produktion" ausgezeichnet. etalytics unterstützt mit seiner KI-basierten Cloud-Software Industrieunternehmen dabei, ihr Energiemanagement nachhaltiger auszurichten und damit Energiekosten zu senken.

Weiterer Hauptpreisträger wurde das Bochumer Start-up sentin mit seinem entwickelten Assistenzsystem sentin.ai vision. Das System ermöglicht eine Bildprüfung sicherheitskritischer Bauteile oder Produkte auf Fehler mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Ob eine Abweichung von der Norm noch tolerabel oder bereits als Fehler zu bewerten ist, lernt das System selbständig auf Basis vorhandener Prüfbilder.

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