1 von 10 Arbeitnehmer*innen im Jahr 2018 von Armut bedroht

Datum
13.02.2020

Laut Eurostat war jeder zehnte Erwerbstätige ab 18 Jahren in der EU 2018 von Armut bedroht. In den letzten Jahren stieg dieser Anteil von 8,6% im Jahr 2008 auf 9,5% im Jahr 2018.

Das Armutsrisiko am Arbeitsplatz in der EU unterscheidet sich geringfügig zwischen Frauen und Männern. Im Jahr 2018 waren 9,9% der erwerbstätigen Männer von Armut bedroht, verglichen mit 9,1% der Frauen.

Teilzeit- und Zeitarbeitskräfte sind stärker gefährdet
Teilzeitbeschäftigte und Arbeitnehmer*innen mit befristeten Arbeitsverträgen sind mit größerer Wahrscheinlichkeit von Armut am Arbeitsplatz bedroht als Vollzeitbeschäftigte mit unbefristeten Arbeitsverträgen. Im Jahr 2018 waren Teilzeitbeschäftigte in der EU doppelt so stark von Armut bedroht (15,7%) wie Vollzeitbeschäftigte (7,8%), während Arbeitnehmer*innen mit Zeitarbeitsplätzen ein fast dreimal höheres Risiko hatten (16,2%) als Personen mit unbefristeten Arbeitsplätzen (6,1%).

Diagramm: Anteil der armutsgefährdeten Arbeitnehmer*innen in der EU 2018

Die höchste Armut am Arbeitsplatz ist in Rumänien, die niedrigste in Finnland
Die Armutsgefährdungsquoten bei der Arbeit waren in den EU-Mitgliedstaaten unterschiedlich hoch: Die höchsten Quoten wurden in Rumänien (15,3%), gefolgt von Luxemburg (13,5%), verzeichnet. Die niedrigsten Quoten gab es in Finnland (3,1%) und Tschechien (3,4%). Deutschland liegt mit einer leicht unterdurchschnittlichen
Armutsgefährdungsquote von 9,1%, , darunter 8% Männer und 10,2% Frauen, im Mittelfeld.

Die größte Zunahme der Armut am Arbeitsplatz in Luxemburg, die größte Abnahme in Griechenland
In den letzten zehn Jahren ist der Anteil der von Armut bedrohten Erwerbstätigen in den meisten Mitgliedstaaten gestiegen. Der höchste Anstieg war in Luxemburg (4,1 Prozentpunkte) zu verzeichnen, gefolgt von Italien (3,2 Prozentpunkte), dem Vereinigten Königreich (2,8 Prozentpunkte), Ungarn (2,6 Prozentpunkte) und Bulgarien (2,4 Prozentpunkte). Die höchsten Rückgänge gab es hingegen in Griechenland (-3,3 pp), Lettland und Rumänien (jeweils -2,4 pp), Portugal (-2,1 pp) und Finnland (-2,0 pp).

Die Armutsgefährdungsquote
Eine Person gilt nach EU-Definition als armutsgefährdet, wenn sie nach Einbeziehung staatlicher Transferleistungen ein Einkommen von weniger als 60 % des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung des Landes, in dem sie lebt, zur Verfügung hat.