Mehr Chancen für Junge Leute - Neues ESF-Programm JUVENTUS Deutschland wird Teil der ALMA-Initiative der EU-Kommission

Datum
13.05.2022

Deutschland beteiligt sich mit dem geplanten ESF-Plus-Programm JUVENTUS Deutschland an der ALMA-Initiative der Europäischen Kommission.

Dies erklärte Staatssekretär Dr. Rolf Schmachtenberg, Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), bei einer Ver-anstaltung der EU-Kommission am 12. Mai 2022.

Im Rahmen der Veranstaltung "Good prospects for all young people" zum Auftakt des "Europäischen Jahrs der Jugend 2022" stellte die EU-Kommission Details zur Initiative ALMA (Anvisieren, Lernen, Meistern, Ankommen) vor. Ziel ist es, benachteiligte junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren durch ein zwei- bis sechsmonatiges Praktikum in einem anderen EU-Mitgliedsstaat in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft ihres Heimat-landes zu integrieren. ALMA greift damit den Ansatz eines Austauschprogramms für junge Menschen auf, der bereits seit 2008 erfolgreich in Deutschland durch das ESF Programm "IdA" ("Integration durch Austausch") umgesetzt wird.

Staatssekretär Dr. Schmachtenberg betonte die positiven Erfahrungen Deutschlands mit IdA bei der Förderung benachteiligter junger Menschen. Die Erfahrung im Ausland bewirke einen Motivationsschub und gebe Orientierung für den eigenen Lebensweg bei den Teilnehmenden. Zugleich mache er sie zu "Botschafterinnen und Botschaftern des sozialen Europas". ALMA sei eine wichtige Ergänzung des ERASMUS+-Programms, das für diese Zielgruppe in der Regel nicht zugänglich ist.

Die Erfahrung, sich in einem fremden Land, mit fremder Sprache, zurechtzufinden, bewirke oft tiefgreifende positive Entwicklungen auch auf der persönlichen Ebene, so Staatssekretär Dr. Schmachtenberg. "Die Teilnehmenden gewinnen neues Selbstbewusstsein und entwickeln ganz neue Perspektiven für ihre Zukunft. Zusammen mit der im Ausland gewonnen Arbeitserfahrung und dem ausländischen Praktikumszeugnis, ist dies oft ein maßgeblicher Türöffner für die weitere berufliche Entwicklung. Rund 55% der Teilnehmenden des IdA-Programms fanden im Anschluss eine Arbeit oder Ausbildungsstelle. In Anbetracht der schwierigen Zielgruppe und der kurzen Programmteilnahme von wenigen Monaten, ist dies ein sehr gutes Ergebnis."

Die positiven Erfahrungen des deutschen IdA-Programms haben weitere Staaten inspiriert. 2014 hat sich das Netzwerk "TLN-Mobility" gebildet, in dem sich neben Deutschland sieben weitere Staaten und Regionen zusammengeschlossen haben. Die anderen TLN Mitglieder setzen seither ebenfalls erfolgreiche Austauschprogramme um. Mit dem Start von ALMA werden sich voraussichtlich weitere EU-Staaten anschließen. Das geplante ESF-Plus-Programm JUVENTUS Deutschland wird ein Finanzvolumen von ca. 134 Mio. EUR haben. Bis 2027 wird mit bis zu 7.000 Teilnehmenden gerechnet.