Monitoring und Evaluierung 2014-2020

In der ESF-Förderperiode 2014-2020 wird der Fokus der Bewertung auf die im Operationellen Programm formulierten (strategischen) Zielsetzungen gelegt. Auf diese Weise soll insbesondere auch der europäische Mehrwert der ESF-Förderung des Bundes untersucht werden.

Die Verwaltungsbehörde im Bundesministerium für Arbeit und Soziales berücksichtigt bei der Planung der Bewertung der Programmumsetzung, dass Ergebnisorientierung in der Förderperiode 2014-2020 eine deutlich größere Rolle spielt als bisher (vgl. Artikel 56 (3) VO (EU) 1303/2013). Die EU-Verordnungen sehen eine Verpflichtung zur Bewertung der Wirksamkeit, Effizienz und Auswirkungen des Operationellen Programms vor.
Die Auswirkungen sind gemäß Art. 54 (1) VO (EU) 1303/2013 u.a. in Bezug auf die Ziele der Europa 2020 Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum sowie gegebenenfalls unter Berücksichtigung der Größe des Programms im Verhältnis zum BIP und zur Arbeitslosigkeit in dem betreffenden Programmgebiet zu bewerten.
Des Weiteren unterstützt die Evaluation die fristgerechte Erhebung der längerfristigen programmspezifischen und gemeinsamen Ergebnisindikatoren gemäß Verordnung (EU) 1304/2013.

Formen der Evaluation
Grundsätzlich können für das Operationelle Programm des Bundes für den ESF drei verschiedene Arten von Evaluierungen unterschieden werden.

1. Dachevaluierung - Regionale und themenzentrierte Studien

Methodisch ist die Dachevaluierung überwiegend qualitativ angelegt und orientiert sich an theoriegeleiteten Ansätzen.
Im Rahmen der Dachevaluierung wird eine zusammenfassende Bewertung des Beitrags des Operationellen Programms in Gänze zu den Kernzielen der Europa 2020 Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum erfolgen. Zusätzlich sollen anknüpfend an die guten Erfahrungen der Förderperiode 2007-2013 regionale und themenspezifische Fallstudien genutzt werden, um Erkenntnisse über die Nutzung der ESF-Interventionen und ggf. Hinweise auf Anpassungen bei der Implementierung zu erhalten. In der zurückliegenden Förderperiode konnte hierdurch ein guter Einblick in die Umsetzung des ESF-Bundesprogramms gewonnen werden. Insbesondere konnte eine hohe innovative Wirkung bei regionalen Trägern entfaltet und in den Bereichen Chancengleichheit und Gender Mainstreaming regionale Impulse gesetzt werden.

In der Förderperiode 2014-2020 soll im Rahmen der regionalen Fallstudien auch das Thema "soziale Innovation" untersucht werden. Hierbei wird u.a. analysiert, in welchen Handlungsfeldern der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik im Rahmen der ESF-Interventionen neue Ansätze erprobt bzw. verstetigt wurden. In der Förderperiode 2007-2013 ist dies beispielsweise in den Bereichen Bleibeberechtigte und Flüchtlingen sowie bei Mikrokrediten gelungen.

Weitere Bestandteile sind zusammenfassenden Bewertungen der Wirkung der ESF-Interventionen auf Personen mit Migrationshintergrund und Jüngere sowie transnationale Maßnahmen. Für diese Zielgruppen bzw. transnationale Maßnahmen werden erhebliche Mittel bereitgestellt, um einzelne Förderansätze zu bewerten.

Weiteres Element der Dachevaluierung bildet die Bewertung der Zielerreichung bei den drei Querschnittszielen Förderung der Gleichstellung von Männern und Frauen und Nichtdiskriminierung sowie nachhaltige Entwicklung. Hierbei wird untersucht, welchen Beitrag der ESF zur nachhaltigen Entwicklung auch mit Blick auf ökologische Ziele leistet, wie die Barrierefreiheit und Nichtdiskriminierung umgesetzt wurde und wie Gender Mainstreaming implementiert und die Gleichstellung von Frauen und Männern mit dem ESF unterstützt worden ist.

Dachevaluierung Operationelles Programm

  1. Regionale und themenspezifische Fallstudien
    • soziale Innovation,
    • Wirkung auf Personen mit Migrationshintergrund und Jüngere sowie Transnationale Maßnahmen.
  2. Bewertung der Zielerreichung bei den drei Querschnittszielen Förderung der Gleichstellung von Männern und Frauen, Nichtdiskriminierung und nachhaltige Entwicklung
    Zusammenfassende Bewertung des Beitrags des Operationellen Programms zu den Kernzielen der Europa 2020 Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum

Ziele: Steigerung der Qualität der Gestaltung und Umsetzung des Operatiaonellen Programms sowie der Wirksamkeit und Effizienz

Die Durchführung der Dachevaluation erfolgt durch die Bietergemeinschaft aus dem Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) und dem Institut für Sozialpädagogik e.V. (ISS) in Zusammenarbeit mit der defacto GmbH und dem Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik GmbH (IfS).

2. Evaluierung der Investitionsprioritäten und spezifischen Ziele

Methodisch soll die Evaluierung der Investitionsprioritäten weitgehend quantitativ angelegt werden und sich insbesondere statistischer Verfahren bedienen. Die Besonderheit dieses Aufgabenpaketes besteht darin, dass zu zwei Stichtagen die längerfristigen gemeinsamen und programmspezifischen Ergebnisindikatoren repräsentativ berichtet werden müssen. Hierfür sind verpflichtende Stichprobenziehungen gemäß der Präzisionsanforderungen der Europäischen Kommission zur Ermittlung des längerfristigen Verbleibs einer repräsentativen Auswahl von Teilnehmer/innen vorzunehmen (gemeinsame längerfristige Indikatoren gemäß Anhang I VO (EU) 1304/2013).

Der längerfristige Verbleib soll anhand der nachfolgenden gemeinsamen Ergebnisindikatoren zu den von der Europäischen Kommission vorgegebenen Stichtagen ermittelt werden:

  • Teilnehmer, die innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Teilnahme einen Arbeitsplatz haben, einschließlich Selbständige
  • Über 54-jährige Teilnehmer, die sechs Monate nach ihrer Teilnahme einen Arbeitsplatz haben, einschließlich Selbständige
  • Benachteiligte Teilnehmer, die innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Teilnahme einen Arbeitsplatz haben, einschließlich Selbständige
  • Teilnehmer, deren Situation auf dem Arbeitsmarkt sich innerhalb von sechs Monaten nach ihrer Teilnahme verbessert hat

Evaluierung der Investitionsprioritäten und spezifischen Ziele

  1. Bewertung auf Ebene aller Investitionsprioritäten und spezifischen Ziele zum Beitrag der Interventionen zu den Kernzielen der Europa 2020 Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
  2. Stichprobenziehung: Fristgerechte Erhebung der längerfristigen gemeinsamen und programmspezifischen Ergebnisindikatoren und derjenigen Output-Indikatoren, die für eine repräsentative Auswahl von Teilnehmer/innen erhoben werden müssen

Ziele: Steigerung der Qualität der Gestaltung und Umsetzung der Interventionen sowie der Wirksamkeit und Effizienz

Die Durchführung der Evaluation der Investitionsprioritäten erfolgt durch die Bietergemeinschaft aus Moysies & Partner IT-Managementberatung mbB und Ramboll Management Consulting GmbH in Zusammenarbeit mit dem Umfragezentrum Bonn (uzBonn).

3. Einzelevaluierungen von Förderprogrammen

Wirkung und Effizienz einzelner ESF-Interventionen (Förderprogramme) werden mithilfe von Einzelevaluierungen bewertet. Die Ausschreibung und Verantwortung für die Umsetzung der Einzelevaluierungen liegt bei den jeweiligen Ressorts/ Fachreferaten/ umsetzenden Stellen.

Erhebung von Daten der Teilnehmerinnen und Teilnehmern
Die EU-Vorgaben sehen vor, dass bestimmte Daten zu den ESF-geförderten Teilnehmer/innen erhoben und elektronisch gespeichert werden müssen. Dies umfasst verpflichtend Angaben zu Alter, Geschlecht, Erwerbsstatus, Bildungsstand und Haushaltssituation. Ergänzend sollen gemäß Anhang 1 der VO (EU) 1304/2013 auch Angaben zum Migrationshintergrund, eine ggf. vorhandene Behinderung oder sonstige Benachteiligung der Teilnehmer/innen erhoben werden. Gemäß dem deutschen Bundesdatenschutzrecht und gemäß Artikel 8 der Direktive 95/46/EG vom 24. Oktober 1995 gehören die letztgenannten Angaben zu den besonders schützenswerten und sensiblen Daten, sodass die Teilnehmer/innen ein Auskunftsverweigerungsrecht haben.
Die Teilnehmer/innen werden zu Beginn der Förderung über die Datenerhebung informiert und unterzeichnen eine Einwilligungserklärung zur Verarbeitung der Daten.

Befragung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern
Die Europäische Union, die Geld für die Unterstützung bereitgestellt hat, möchte gerne wissen, was mit den Menschen nach Ende der Förderung passiert ist. Die Daten werden gebraucht, um festzustellen, ob das Geld für sinnvolle Maßnahmen ausgegeben wird und ob die Förderung erfolgreich war und den Menschen geholfen hat. Daher wurden die Teilnehmer/innen direkt nach Ende der Unterstützung das erste Mal zu Ihrer schulischen bzw. beruflichen Situation befragt. Um zu wissen, ob die Unterstützung auch längerfristig erfolgreich war, erfolgt eine erneute Befragung zur längerfristigen schulischen bzw. beruflichen Situation nach Ende der Förderung (gemeinsame längerfristige Ergebnisindikatoren gemäß Anhang 1 der Verordnung (EU) 1304/2013). Das uzbonn wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales damit beauftragt, diese Befragungen durchzuführen.

Kontakt
Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Referat VIGruEF1 - Europäischer Sozialfonds
Wilhelmstraße 49
10117 Berlin
E-Mail: esf-evaluation@bmas.bund.de