Handwerk kann richtig cool sein - auch bei über 30 Grad!

Datum
15.09.2020

Erstes BOOM-Feriencamp in Hessen am Edersee für 24 Jugendliche - Nachhaltigkeit und handwerkliche Berufe praxisnah erleben - gefördert über das ESF-Bundesprogramm "Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern. Über grüne Schlüsselkompetenzen zu klima- und ressourcenschonendem Handeln im Beruf (BBNE)".

Wie kann ich herausfinden, ob ein handwerklicher Beruf zu mir passen könnte? Am besten, man probiert es aus! Das Berufsorientierungs-Projekt BOOM (BerufsOrientierung und grüne Jobs Mal anders) gibt jungen Leuten die Möglichkeit, sich selbst an verschiedenen handwerklichen Berufen auszuprobieren und dabei viel über nachhaltiges Handeln zu erfahren. Begleitet werden sie dabei von erfahrenen Handwerker*innen und Teamer*innen.

Die Jugendlichen sollen im Camp nicht nur erkennen, dass es in jedem Beruf nachhaltige Aspekte gibt, sondern auch mehr über ihre eigenen Fähigkeiten und Stärken lernen. Angefangen bei einer persönlichen Reflektion bis hin zum gemeinsamen praktischen Arbeiten, erhalten sie eine Vielzahl an Anregungen, die in ihre spätere Berufswahl einfließen werden.

Zwei Personen an einer Werkbank
Aus alt wird neu © Provadis Partner f. Bildung & Beratung GmbH

Neue Erfahrungen: aus alt wird neu

Weil er etwas Handwerkliches lernen wollte, hat sich Henning Heun aus Niedertiefenbach/Beselich zum Feriencamp angemeldet. "Meine Erwartungen haben sich bestätigt", sagt der 16-Jährige. Das durchgeführte Zukunfts-Camp hatte den Schwerpunkt "Bauen und Wohnen".

Die Jugendlichen renovierten unter anderem gemeinsam Baumhäuser, probierten das Upcycling von Möbeln aus und lernten bei einer Kräuterwanderung viel über Pflanzen und deren Nutzen, aber auch den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen. "Im Camp hat sich meine Haltung zu Nachhaltigkeit definitiv verändert", sagt Henning Heun. Besonders die Arbeit als Tischler beim Upcycling und das Klettern, das zum Beruf des Baumpflegers gehört, haben ihm gut gefallen. Vor dem Camp konnte er sich einen handwerklichen Beruf für sich nicht vorstellen, aber das hat sich jetzt geändert.

Auch Hermine Ohnhaus aus Wiesbaden hat das Arbeiten mit Stichsäge, Schleifer und anderen Werkzeugen gut gefallen. "Wir konnten sehen, wie aus Altem Neues wurde", sagt sie. Und ebenfalls das Kräutersammeln und das Zubereiten von Tee und Salat aus den Kräutern "waren echt gute Erfahrungen." Durch das Camp hat sich für die 15-Jährige bestätigt, dass ihr handwerkliche Berufe großen Spaß machen.

Keine Absage, aber Änderungen wegen Corona

Da im Gegensatz zu anderen Berufsorientierungsangeboten eine virtuelle Umsetzung bei BOOM nicht in Frage kommt, hat das Projektteam ein abgestimmtes Konzept unter Corona-Rahmenbedingungen erarbeitet. Dazu gehörte eine Reduzierung der Teilnehmer*innenzahl, ein entsprechendes Hygienekonzept, das Einhalten von Mindestabständen oder das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung. So war es möglich trotz Corona das Berufsorientierungsangebot umzusetzen.

BOOM-Camps 2020

Die durch das Bundesumweltministerium und ESF geförderten BOOM-Feriencamps richten sich an Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren und junge Erwachsene von 18 bis 25 Jahren. Weitere Camps, auch zu den Themen "Energie und Mobilität", "Alltagskonsum" und "Ernährung", an den Standorten Edersee und Köln/Bonn sind in Vorbereitung.

Für 2020 sind geplant:

  • 20.09.-25.09.2020 Jugendakademie Walberberg (NRW) für 18 - 25-Jährige; Motto "Alltagskonsum"
  • 11.10.-16.10.2020; Jugendakademie Walberberg (NRW) für 14 - 17-Jährige; Motto "Ernährung"

Mehr Infos zu den Camps und das Anmeldeformular findet man unter www.nachhaltige-berufsorientierung.de

Eindrücke vom Camp sind auch im Radio festgehalten worden und abrufbar unter:
https://www.hr4.de/programm/podcast/mittelhessen/berufsorientierungsprojekt-am-edersee-1530,podcast-episode-73558.html

Das Projekt wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms "Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern. Über grüne Schlüsselkompetenzen zu klima- und ressourcenschonendem Handeln im Beruf - BBNE" durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Wer im beruflichen Alltag im Sinne nachhaltiger Entwicklung handeln möchte, braucht entsprechende Kompetenzen, Fertigkeiten und Wissen. Für dieses "Greening" der Berufe beziehungsweise der Arbeitswelt sensibilisiert das Programm BBNE. Hierzu stellt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) Gelder für Projekte bis 2022 bereit, die zeigen, wie nachhaltiges Handeln im beruflichen Alltag möglich ist.

Auszug aus dem ESF-Newsletter