Der erfolgreiche Weg von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt

Datum
08.10.2018

Ein Schlüssel zur Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft und ein Grundstein für ein selbstständiges Leben ist die Aufnahme einer Ausbildung oder Beschäftigung. Die komplexen aufenthalts- und sozialrechtlichen Rahmenbedingungen erfordern hierbei besondere Beratungs- und Unterstützungsangebote sowohl für Flüchtlinge als auch für Arbeitgebende und andere Akteure, die am Integrationsprozess beteiligt sind. Um folglich für Geflüchteten den Zugang zum Arbeitsmarkt sowie nachhaltige Beschäftigungsverhältnisse zu ermöglichen, bedarf es der Unterstützung durch Expertinnen und Experten. So können individuelle Förderketten erschlossen und Geflüchtete wie Arbeitgebende erfolgreich durch die komplexen Anforderungen und Rahmenbedingungen begleitet werden.

Bei den Mitarbeitenden des Projekts NIFA - Netzwerk zur Integration von Flüchtlingen in Arbeit handelt es sich um Expertinnen und Experten mit langjähriger Erfahrung. NIFA unterstützt Geflüchtete, Arbeitgebende, Ehrenamtliche, Kommunen und weitere Arbeitsmarktakteure, um gemeinsam mit und für Geflüchtete nachhaltige Perspektiven zu schaffen.

Zwei Frauen sehen auf einen Bildschirm
Beratung von Teilnehmenden zu den Bewerbungsunterlagen beim Teilprojektpartner Asylzentrum Tübingen © NIFA

Neben der langjährigen Expertise in der Integration von Geflüchteten liegt die besondere Stärke von NIFA in der vernetzten Zusammenarbeit von elf heterogenen Projektpartnern aus öffentlicher Verwaltung, Arbeitsverwaltung, Flüchtlings-, Bildungs- und Beratungsarbeit sowie zahlreichen weiteren strategischen Partnern wie z.B. Kammern, Betrieben, Sprachkursträgern. Denn gerade in dem sehr dynamischen Feld Migration und Integration mit sich vermehrenden und wandelnden Angeboten, Formaten und gesetzlichen Bestimmungen sowie deren unterschiedlicher lokaler Umsetzung kommt es darauf an, sich fortlaufend mit relevanten Akteuren zu vernetzen und Synergien zu nutzen, um damit ganzheitliche, individuelle Förderketten für Geflüchtete zu erschließen.

Im Zeitraum Juli 2015 bis Dezember 2017 konnten bereits 954 männliche und 345 weibliche Geflüchtete in das Projekt aufgenommen und bei ihrem individuellen Weg in den Arbeitsmarkt unterstützt und begleitet werden. Das besondere hierbei ist, dass die Beratungs- und Unterstützungsangebote allen Personen mit Aufenthaltsgestattung, Duldung bzw. Aufenthaltserlaubnis mit mindestens nachrangigem Arbeitsmarktzugang und unabhängig vom Herkunftsland oder Alter offenstehen, da die ESF-Integrationsrichtlinie Bund hierbei keine Einschränkungen vornimmt. Diese Vielfaltspiegelt sich auch bei den Herkunftsländern der Teilnehmenden wieder, die vorwiegend aus den Ländern wie Syrien, Irak, Afghanistan, Gambia, Kamerun, Nigeria, Pakistan, Iran, Eritrea und Somalia stammen.

Meist führen viele kleine Schritte wie z.B. rechtliche Beratung, Sprachkurse, Kompetenzerhebung, Anerkennung mitgebrachter Qualifikationen, Bewerbungstrainings, Praktika, Einstiegsqualifizierung, Coaching etc. zum nachhaltigen Vermittlungserfolg. So haben von den 1.299 NIFA-Teilnehmenden bereits rund 390 erfolgreich eine Arbeit und Ausbildung aufgenommen, weitere 43 sind dabei, ihren schulischen Bildungsabschluss nachzuholen, und die übrigen 866 befinden sich noch auf dem Weg dorthin.

Ein Mann an einer Schleifmaschine
Projektteilnehmer während eines Praktikums © NIFA

NIFA nutzt seine Expertise jedoch nicht nur für sich selbst und die teilnehmenden Geflüchteten, sondern gibt sie über verschiedene Qualifizierungs- und Sensibilisierungsveranstaltungen auch an weitere relevante Akteure in der arbeitsmarktlichen Integration von Geflüchteten weiter. Ganz aktuell bietet NIFA in Baden-Württemberg eine eigens für Integrationsmanagerinnen und Integrationsmanager entwickelte Fortbildung an.

Anlass hierfür ist der Pakt für Integration des Landes, in dessen Rahmen in den Kommunen rund 1.000 Stellen für Integrationsmanagerinnen und -manager geschaffen worden sind. Zentrale Aufgabe des Integrationsmanagements ist die individuelle und niedrigschwellige Sozialberatung und -begleitung für Geflüchtete in der Anschlussunterbringung. Hierbei soll ein Integrationsplan erstellt und Geflüchtete in die Lage versetzt werden, vorhandene Strukturen und Angebote selbständig für ihre Integration nutzen zu können. Ein wichtiger Baustein wird der Zugang zu Ausbildung und Arbeit sein.

Die NIFA-Fortbildung baut dementsprechend auf dem Wissen und der langjährigen Praxiserfahrung des Netzwerkprojektes auf und wird bedarfsgerecht und zielgruppenorientiert vor Ort angeboten. Ziel ist es, die neuen Integrationsmanagerinnen und -manager bzgl. der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten zu sensibilisieren sowie Möglichkeiten der Vernetzung mit den Strukturen vor Ort im Bereich der Flüchtlingsarbeit aufzuzeigen. Die inhaltliche Ausrichtung erfolgt in enger Abstimmung mit den zuständigen Landratsämtern bzw. Stadtverwaltungen. So haben bei Bedarf die relevanten Akteure vor Ort die Gelegenheit, sich und ihre Angebote während der Schulung vorzustellen. Integriert ist hierbei nicht nur die Vermittlung von rechtlichem und praktischem Wissen, sondern auch das Kennenlernen und die Vernetzung mit bspw. der lokalen Arbeitsverwaltung mit ihren entsprechenden Angeboten und Ansprechpersonen, wie auch weiteren lokal relevanten Akteuren. Hierbei wird auf gute, etablierte Beziehungen zu den strategischen Partnern wie bspw. der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Baden-Württemberg zurückgegriffen.

Personen in einem Schulungsraum
Schulung der Integrationsmanagerinnen und -manager des Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreises im Juli 2018 © NIFA/Kirsi-Marie Welt

Das Fortbildungsangebot für Integrationsmanagerinnen und -manager stößt auf positive Resonanz und wird sehr stark nachgefragt. Im Zeitraum Mai bis Juli 2018 wurden bereits acht Schulungen in unterschiedlichen Land- und Stadtkreisen durchgeführt und damit ca. 175 Integrationsmanagerinnen und -manager, Flüchtlings- und Integrationsbeauftragte geschult. Acht weitere Fortbildungen sind bereits für den Herbst terminiert. Das Feedback ist bisher sowohl von den Teilnehmenden als auch den NIFA-Referierenden sehr positiv.

NIFA gehört als Projekt der ESF-Integrationsrichtlinie Bund, Handlungsschwerpunkt Integration von Asylbewerber/-innen und Flüchtlingen (kurz: IvAF) zu den 41 bundesweit tätigen IvAF-Netzwerken.

Weitere Informationen zu NIFA und den Angeboten finden Sie unter www.nifa-bw.de.

Kontakt: NIFA – Netzwerk zur Integration von Flüchtlingen in Arbeit
Kirsi-Marie Welt
Projektkoordination
Werkstatt PARITÄT gGmbH
Telefon: 0711/21 55 -419
E-Mail: welt@werkstatt-paritaet-bw.de