Mit dem eigenen Smartphone die Pflege erleichtern.
- Datum
- 29.05.2018
Das Projekt Cliniserve entwickelt ein umfassendes System zur Entlastung der Pflege in Krankenhäusern. Es wird - parallel zum bestehenden Notrufknopf - zur Kommunikation zwischen Patienten und Pflegepersonal eingesetzt und spart dem Pflegepersonal dadurch doppelte Wege, ermöglicht eine Priorisierung von Anfragen und eine automatische Delegierung an das passendste Personal. Weil das System nicht in bestehende IT Systeme der Kliniken integriert werden muss, ist es sofort einsetzbar und bietet der Pflege von der ersten Nutzung an einen spürbaren Mehrwert. Erste Pilotprojekte mit Krankenhäusern in München bestätigen die entlastende Wirkung in der Pflege.
Der Patient kann von seinem eigenen Gerät Anfragen an das Personal stellen - sowohl in deutsch, englisch, russisch, arabisch und türkisch - kann nach Essen, Getränken, Toilette etc. fragen. Clever ist, dass das Programm Stoßzeiten und Belastungsunterschiede erkennt und das Personal entsprechend einsetzen kann. Überbelastungen können so genauso vermieden und gleichzeitig der Service für die Betroffenen verbessert werden. Die Organisation wird also optimiert, die Zufriedenheit der Patienten gesteigert.
Das internationale Gründerteam setzt sich aus Quirin Körner und Julian Nast-Kolb, beide aus München, sowie Jaakko Nurkka, aus dem finnischen Laappenranta, zusammen. Kennengelernt hat man sich während des gemeinsamen Zusatzstudiums in Technology Management am Center for Digital Technology and Management in München. Sie führten im Rahmen des Studiums sowie freiberuflich gemeinsame Innovationsprojekte durch und entschlossen sich, die Idee für Cliniserve, die Quirin Körner bereits Jahre zuvor in seiner Bachelorarbeit im Umfeld von Krankenhäuser entwickelt hatte, aus der Forschung in ein Unternehmen zu überführen.
Ausschlaggebend war dabei das Bedürfnis, Pflegekräfte in ihrem Arbeitsalltag zu unterstützen, insbesondere in Zeiten des Pflegemangels. Da Pflegekräfte momentan laut Studien nur 15 % ihrer Zeit für die Pflege des Patienten aufwenden können, im Vergleich dazu aber 21 % ihrer Zeit mit Laufen verbringen, sahen die Gründer einen großen Bedarf für das System.
Die Förderung durch das EXIST Gründerstipendium ermöglicht dem internationalen Team dabei eine besonders nutzerzentrierte Entwicklung des Systems an einem Standort bis zur Marktreife, was in diesem noch nicht sehr innovationsfreundlichen Markt unabdinglich ist. Dadurch wird ein Mehrwert für die einzelnen Pflegekräfte sichergestellt und durch effizientere Prozesse und damit auch ein Beitrag zur Bekämpfung des Pflegeengpass gewährleistet.