Alles Palette?

Datum
15.09.2020

Das hat sich in Finsterwalde rumgesprochen: Aus Paletten Sitzmöbel bauen! Denn schon im Dezember 2019 haben die Schüler*innen der Oberstufenzentren in Lauchhammer und Elsterwerda für ihren Aufenthaltsraum eine bequeme Sitzecke erhalten und die nächste Lieferung erfolgte dann im Juni 2020, als der "Verein der Freunde und Förderer des Tierparks Finsterwalde" neue Palettenmöbel bekam.

Sitzmöbel aus Holzpaletten
Der Rohbau © ACTE Handwerk

Hinter all dem steckt das Projekt "ACTE Handwerk", das im Rahmen des Förderprogramms "ESF-Integrationsrichtlinie Bund" durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert wird. Dabei will das Projekt - zusammen mit den Oberstufenzentren und dem Deutschen Roten Kreuz als Betreiber der Erstaufnahmeeinrichtung und weiteren Netzwerkpartnern - Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster den Weg in eine Ausbildung erleichtern. "Es geht uns darum, den Teilnehmern handwerkliche Fähigkeiten zu vermitteln, die ihnen beim Fußfassen in Deutschland helfen könnten", sagt Veit Klaue, Ehrenamtskoordinator in der Erstaufnahmeeinrichtung Doberlug-Kirchhain.

So bauten dann acht junge Männer und Frauen aus Kenia, dem Iran, Tschad und Nigeria, die zurzeit in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Brandenburg leben, aus Euro-Paletten stabile Sitzmöbel, Stehtische und Hindernisse für einen Reitparcours.

Sitzmöbel aus Holzpaletten
Passt in jede Freizeiteinrichtung © ACTE Handwerk

Jetzt bleibt abzuwarten, wer sich als nächstes für die Palettenmöbel interessiert und Unterstützung braucht.

Das Projekt "ACTE Handwerk" bietet niedrigschwellige, ganzheitliche und individuelle Betreuung an und begleitet so die zugewanderten jungen Menschen bei den ersten Schritten der Ausbildung und hilft bei der stufenweisen und langfristigen Integration in den Arbeitsmarkt. Der Fokus liegt dabei auf den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) des Handwerks.

Die Hilfsangebote erfolgen individuell: als Schärfung des persönlichen Profils durch das Betonen der jeweiligen Stärken, als leistungsdifferenzierte Heranführung oder als prozessbegleitende Hilfen bei sozialen Problemen, z.B. durch Patenschaften in kleinen Handwerksfirmen. Die KMU erhalten strukturelle Hilfen mit intensiver Betriebsbegleitung. Die Vernetzung mit weiteren Projektpartnern, z.B. mit aufsuchender Familienhilfe oder dem regionalen Verkehrsmanagement, bietet ebenfalls individuelle Lösungshilfen. Ein im Projekt erarbeiteter Hilfskompass sowie ergänzende Leitfäden sorgen für eine Verstetigung der Projektergebnisse.

Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms "ESF-Integrationsrichtlinie Bund" durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Eine Zwischenbilanz: Bis 2019 haben 71.000 Personen an der Integrationsmaßnahme teilgenommen.

Auszug aus dem ESF-Newsletter