Gender-Budgeting-Bericht 2020

Datum
25.03.2021

Der Gender-Budgeting-Bericht 2020 für das Operationellen Programm (OP) der ESF-Programme des Bundes ist der dritte Bericht dieser Art in der Förderperiode 2014-2020. Im Bericht werden Ausgaben- und Teilnahmeanteile von Frauen und Männern programm- und prioritätsachsenbezogen dargestellt.

Gender-Budgeting ist Teil der gleichstellungspolitischen Strategie des sogenannten Gender-Mainstreaming und bezieht sich auf ökonomische, fiskalische und finanzpolitische Aspekte des staatlichen Handelns. Ziel ist die systematische Analyse, Steuerung und Evaluation des Haushalts bezüglich seines Beitrags zur tatsächlichen Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und zur Beseitigung bestehender Nachteile.

Gender-Budgeting wird auf allen staatlichen Ebenen in unterschiedlichen Bereichen angewandt, wobei die Rechtsverbindlichkeit der zu diesem Zweck getroffenen Vereinbarungen stark variiert.

Im Rahmen des ESF wurde Gender-Budgeting erstmals in der Förderperiode 2007–2013 im Operationellen Programm des Bundes eingeführt. Der aktuelle Bericht 2020 stellt u.a. die Ergebnisse nach Altersgruppen, nach Bildungsstand und dem Kriterium, ob ein Migrationshintergrund vorliegt, die Ausgaben (auch Pro-Kopf), die Verweildauer im Projekt, den ermittelten Gender Budgeting-Wert und Abweichungen zu den festgelegten Zielwerten dar.

Der zentrale Gender-Budgeting-Ergebniswert (GB-Wert) auf der Ebene des Operationellen Programms beträgt 43,5 % (Datenstand 30.09.2020) und bildet den Anteil an den Gesamtausgaben ab, der für Frauen in insgesamt 17 ausgewerteten ESF-Bundesprogrammen verwendet wurde. Der Frauenanteil an den Teilnehmenden liegt insgesamt bei 48,6 %. 2019 betrug dieser 47,9 %. Der Zielwert zu Beginn der Förderperiode lag bei 55,1 %. Damit liegt der Ist- zum Zielwert aktuell 6,5 Prozentpunkte niedriger.

Die Zielwertabfrage erfolgte mit Datenstand November/Dezember 2016. Seitdem haben sich Finanzmittelumschichtungen ergeben, die sich auch auf den Gender Budgeting-Wert auswirken bzw. noch auswirken werden. Insbesondere wurden im LZA-Programm und der Berufseinstiegsbegleitung, also finanzstarken Programmen, die einen spürbar größeren Anteil an männlichen Teilnehmern verzeichnen, ESF-Mittel in größerem Umfang frei, die für bestehende bzw. neu aufgelegte Programme eingesetzt werden.

Weitere Details zu den Ergebnissen können Sie im aktuellen Gender-Budgeting-Bericht 2020 nachlesen, den wir auf der ESF Website zum Download bereitstellen.

Auszug aus dem ESF-Newsletter