Initiativnetzwerk fördert nachhaltigen Aufbruch im Wassersport
- Datum
- 11.08.2026
Die Wassersportwirtschaft steht an einem Wendepunkt: Klimawandel, Ressourcenknappheit und steigende gesellschaftliche Erwartungen verändern Märkte grundlegend. Das Initiativnetzwerk der Deutschen Meeresstiftung bringt Unternehmen, Politik und Wissenschaft zusammen, entwickelt konkrete Kooperationsprojekte und macht nachhaltige Lösungen sichtbar - ermöglicht durch die Förderung aus dem ESF Plus-Programm "Nachhaltig wirken - Förderung des gemeinwohlorientierten Unternehmertums".
Für viele Unternehmen der Wassersportwirtschaft stellt sich die Frage, wie Nachhaltigkeit und Gemeinwohl konkret, wirtschaftlich tragfähig und gemeinschaftlich umgesetzt werden kann. Genau hier setzt das Initiativnetzwerk für gemeinwohlorientierte Unternehmen der Deutschen Meeresstiftung an. Seit Ende 2024 vernetzt es gezielt Akteure aus Wassersportindustrie, Mittelstand, Start-ups, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Ziel ist es, entsprechende Geschäftsmodelle sichtbar zu machen, Kooperationen anzustoßen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
Die Förderung durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) ist dabei zentral: Sie schafft die personellen und organisatorischen Ressourcen für den systematischen Netzwerkausbau, die Koordination von Projektgruppen, die Durchführung von Dialogformaten sowie die strukturierte Aufbereitung von Wissen und Ergebnissen.
Sichtbarkeit und Vernetzung
Über Messegespräche, Vorträge, moderierte Treffen mit Experten und Interessierten sowie digitalen Vernetzungsformaten wurden bisher mehr als 150 Unternehmen gezielt in das Netzwerk eingebunden. Diese Kontakte bilden die Basis für die weiterführende Zusammenarbeit über die Messe hinaus.
Aufbauend auf einer im Netzwerk erarbeiteten Branchenanalyse wurden thematische Arbeitsgruppen initiiert, unter anderem zu alternativen Antriebstechnologien, nachhaltiger Marina- und Hafeninfrastruktur, Kreislaufwirtschaft im Bootsbau, Sharing- und Nutzungsmodellen sowie Qualifizierung von Nachhaltigkeitsmanagerinnen und -managern ("Environauten"). Ziel ist es, im Rahmen dieser Arbeitsgruppen konkrete, übertragbare Leuchtturmprojekte zu entwickeln, die ökologische Wirkung und wirtschaftliche Tragfähigkeit verbinden.
Darüber wurden mithilfe des Initiativnetzwerks sogenannte Parlamentarische Meeresabende durchgeführt, die sich als Dialogplattform zwischen Unternehmen, Wissenschaft und Politik erwiesen haben. Im Fokus stand dabei die Diskussion, welche politischen Rahmenbedingungen und wirtschaftlichen Anreize eine gemeinwohlorientierte Blue Economy im Wassersport stärken können. Die Veranstaltungen machten deutlich: Nachhaltigkeit ist ein strategischer Wettbewerbsfaktor für die Branche.
Weißbuch Wassersportwirtschaft
Parallel dazu koordiniert die Deutsche Meeresstiftung die Erarbeitung des ersten Nachhaltigkeitsweißbuchs für die Wassersportwirtschaft. Der Beitrag der Deutschen Meeresstiftung liegt dabei insbesondere in der Strukturierung der Themen, der Einbindung von Best-Practice-Beispielen aus dem Netzwerk sowie der Zusammenführung von Perspektiven aus Unternehmen, Wissenschaft- und Praxis. Das Weißbuch schafft damit erstmals eine gemeinsame, praxisnahe Wissensgrundlage und strategische Leitplanken für die nachhaltige Transformation des Wassersports.
Das Initiativnetzwerk der Deutschen Meeresstiftung bündelt dieses Engagement, macht Fortschritte sichtbar und überführt einzelne Initiativen in dauerhafte Kooperationen. So entsteht ein belastbares Fundament für eine zukunftsfähige, gemeinwohlorientierte Wassersportwirtschaft.
Das ESF Plus-Programm "Nachhaltig wirken - Förderung des gemeinwohlorientierten Unternehmertums"
Ziel des ESF Plus-Förderprogramms "Nachhaltig wirken" ist es, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit gemeinwohlorientierter Unternehmen (auch als "soziale Unternehmen" bezeichnet) zu erhöhen. Das Programm unterstützt zudem den Beitrag von gemeinwohlorientierten Unternehmen zu einem CO2-armen Europa und trägt dadurch zur ökologischen Nachhaltigkeit bei.
Mit einem Zuschuss zu Personal- und Sachkosten sollen Strukturen und Kapazitäten mit allgemeinen Informations- und Unterstützungsangeboten zu grundlegenden Fragen der Existenzgründung, Unternehmensführung, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Anpassung an den Wandel und Vernetzung für gemeinwohlorientierte Unternehmen aus- und aufgebaut werden. Die Förderung soll darüber hinaus zu einer strategiegeleiteten und dauerhaften Verbesserung der Vernetzung der Akteure beitragen.
Gefördert werden Akteure, deren Unterstützungsangebote bislang auf primär wirtschaftlich orientierte Unternehmen ausgerichtet waren, als auch Akteure, deren Fokus bereits auf gemeinwohlorientierten Unternehmen liegt.
Weitere Information finden Sie auf der Programm-Website auf dem ESF Portal und auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.