"MAMBA 4U": Wie Geflüchtete in Münster ihren Weg in Ausbildung und Arbeit finden
- Datum
- 04.02.2026
Ein Praktikum im Handwerk, Sprachförderung direkt am Arbeitsplatz und die Begleitung durch ein starkes Netzwerk: Das Projekt "MAMBA 4U" unterstützt Geflüchtete ab 15 Jahren in Münster bei der Integration in Ausbildung und Arbeit. Teilnehmende erhalten individuelle Beratung, Bewerbungstraining und nehmen an Betriebsbesichtigungen und Praktika teil. Die arbeitsplatzintegrierte Sprachförderung im Betrieb erleichtert die Verständigung und Integration nachhaltig. Durch die Zusammenarbeit mehrerer lokaler Träger und Institutionen entstehen neue Chancen und berufliche Perspektiven.
Ein starkes Netzwerk trägt das Projekt
Die Projektarbeit stützt sich auf einen breit aufgestellten Verbund. Die Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung mbH (GEBA) koordiniert das Gesamtprojekt. Für die Erstaufnahme sind die Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V. (GGUA Flüchtlingshilfe) (für Teilnehmende ab 26 Jahren) und das Caritas-Jugendausbildungszentrum JAZ (für 15- bis 25-Jährige) verantwortlich. Sie übernehmen die aufenthalts- und arbeitsrechtliche Weichenstellung, um Schulbesuch sowie den Einstieg in Ausbildung oder Arbeit zu ermöglichen. GEBA und die Kreishandwerkerschaft fokussieren sich auf die Integration in Ausbildung und Beschäftigung. Das Jobcenter Münster ist strategischer Partner und stellt die Verzahnung mit Leistungen nach SGB II und SGB III sicher.
Individuelle Beratung und praxisnahe Angebote
Zum Vermittlungsangebot gehören individuelle Berufsorientierung, die Erstellung von Bewerbungsunterlagen, Betriebsbesichtigungen und Praktika. Teilnehmende erhalten Unterstützung bei der Anerkennung von Zeugnissen, beim Übergang von der Schule in den Beruf und bei der Stellensuche. Coaching und Bewerbungstraining ergänzen das Programm. "In diesem Zuge ist für eine erfolgreiche Arbeitsmarktintegration die Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben entscheidend", betont Anna Gerke, Regionalleitung der GEBA. "Viele Unternehmen möchten Geflüchteten eine Chance geben, benötigen jedoch Unterstützung bei rechtlichen Fragen oder in der sprachlichen Begleitung. Hier setzt "MAMBA 4U" an und schafft Sicherheit für beide Seiten."
Sprache als Schlüssel zur Integration
Besonders zielführend ist die arbeitsplatzintegrierte Sprachförderung. Sprache wird dort gelernt, wo sie gebraucht wird - direkt im Betrieb zwischen Auszubildenden und Anleiter*innen. "Wir haben gesehen, dass klassische Sprachkurse oft nicht ausreichen, um im Alltag eines Betriebes bestehen zu können", erklärt Projektleiter Roman Kühler von der GEBA. "Deshalb setzen wir auf Sprachförderung am Arbeitsplatz. Das schafft Vertrauen, erleichtert die Verständigung und macht Integration nachhaltig."
Veranstaltungen und Sensibilisierung
Neben der direkten Arbeit mit Geflüchteten organisiert das Projekt regelmäßig Schulungen für Betriebe und öffentliche Einrichtungen. Themen sind unter anderem Aufenthalts- und Arbeitsmarktrecht sowie der Umgang mit Menschen mit Behinderung und Fluchtgeschichte. Diese Veranstaltungen sensibilisieren Arbeitgeber*innen und stärken die regionale Vernetzung.
Erfolge, die Mut machen
Seit Projektbeginn konnten zahlreiche Geflüchtete in Praktika vermittelt werden, viele haben den Schritt in Ausbildung oder Arbeit geschafft. Die kontinuierliche Begleitung durch "MAMBA 4U" verhindert Abbrüche und sorgt für nachhaltige Integration. "Wir sehen, dass unsere Arbeit nicht nur den einzelnen Teilnehmenden hilft, sondern auch die Region stärkt", fasst Projektleiter Roman Kühler zusammen. "Jeder erfolgreiche Übergang in Ausbildung oder Arbeit ist ein Gewinn für alle."
Das ESF Plus-Programm "WIR - Netzwerke integrieren Geflüchtete in den regionalen Arbeitsmarkt"
Das Projekt "MAMBA 4U - Münsters Aktionsprogramm für Migrant*innen und Bleibeberechtigte zur Arbeitsmarktintegration" - zeigt, wie durch gezielte Beratung, Sprachförderung und ein starkes Netzwerk berufliche Perspektiven entstehen. Seit 2022 wird es im Rahmen des ESF Plus-Programms "WIR - Netzwerke integrieren Geflüchtete in den regionalen Arbeitsmarkt" durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert. Das Programm "WIR" zielt darauf ab, Geflüchtete mit passgenauen teilnehmendenbezogenen Maßnahmen bei der Arbeitsmarktintegration zu unterstützen bzw. die Beschäftigungsfähigkeit der Zielgruppe zu erhalten, zu erhöhen oder wiederherzustellen. Hierunter fallen beispielsweise Beratung und Berufsorientierung unter Berücksichtigung der besonderen Lebenslagen der Zielgruppe, Unterstützung beim Zugang zu den Leistungen des regulären Hilfesystems, bei Bedarf individuell erforderliche Qualifizierungsmaßnahmen, die Vermittlung in Arbeit, Ausbildung oder Schulbildung und betriebsnahe Aktivierung.
Weiterführende Informationen zum Programm "WIR" finden Sie auf dem ESF-Webportal.