ChanGe - Chancengerechtigkeit und Armutsfolgenbekämpfung - der Weg zu einer gelingenden Praxis im Kreis Unna
Seit mehreren Jahren nimmt die Armut im Kreis Unna zu. Besonders betroffen sind Kinder, Jugendliche, Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose, Menschen mit Migrationshintergrund und/oder mit geringer Bildung. Armutsbetroffene bzw. -bedrohte Personen können ihren Unterstützungsbedarf häufig nicht aktiv einfordern oder werden durch Vorbehalte, Schamgefühle oder Ängste eingeschränkt. "Chan!Ge" (Chancengerechtigkeit) ist ein im gesamten Kreis Unna wirkendes Projekt zur Armutsfolgenbekämpfung und Chancengerechtigkeit. Ziel des Projektes ist es, die Lebenssituation und gesellschaftliche Teilhabe von Eltern und deren Kinder, die von sozialer Ausgrenzung und Armut bedroht sind, zu verbessern. Dabei nimmt das Projekt insbesondere zwei Handlungsfelder in den Fokus: Beratungs- und Coachingangebote: In fünf der teilnehmenden Städte im Kreis Unna werden Anlaufstellen eingerichtet, um niederschwellige und sozialraumnahe Beratungs- und Coachingangebote zu verankern. Die Beratungsteams vor Ort geben individuelle und bedarfsorientierte Beratung, Begleitung und Unterstützung bei der Aufnahme oder Ausweitung einer (bedarfsdeckenden) Beschäftigung, bei Fragen zum Thema Familie oder der Kinderbetreuung, bei der Antragstellung von sozialstaatlichen Leistungen und bei gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Strukturen und Kooperationen: Das Projekt "ChanGe" zielt auf die Weiterentwicklung von (Kooperations-)Strukturen auf der Ebene des Sozialraumes vor Ort, der Kommune und des Kreises ab. Kooperationen vor Ort sollen ausgebaut und rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit für ein effizientes Handeln gefördert werden. Kommunale Strukturen sollen nachhaltig, u.a. mit der Einrichtung von Schnittstellen für die Armutsfolgenbekämpfung gestärkt werden. Regionale Strukturen sollen mit dem Ausbau einer kreisweite einheitliche Sozialberichtserstattung und Vereinbarungen zukunftsfähig für mehr Chancengerechtigkeit aufgestellt werden. ChanGe basiert auf den Erfahrungen und Strukturen des zwischen 07/2020 und 12/2022 über das aus dem Akti(F)-Programm geförderte Projekt "KoBra" und weitet dieses auf den gesamten Kreis Unna aus. Alle Städte des Kreises Unna, der Kreis Unna, fünf Träger der Beschäftigungsförderung und das Jobcenter im Kreis Unna kooperieren in diesem Sinne für mehr Chancengerechtigkeit.
Das Projekt wird im Rahmen des Programms "Akti(F) Plus - Aktiv für Familien und ihre Kinder" durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.