MY TURN - Frauen mit Migrationserfahrung starten durch

Frauen mit Migrationserfahrung sind am Arbeitsmarkt sowie in Qualifizierungsmaßnahmen deutlich unterrepräsentiert. Die Gründe dafür sind vielfältig. Das ESF Plus- Förderprogramm "MY TURN - Frauen mit Migrationserfahrung starten durch" (MY TURN) soll dazu beitragen, dass (formal) geringqualifizierte Frauen mit Migrationserfahrung und einem erhöhten Unterstützungsbedarf in einem stärkeren Umfang als bisher an Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen und in der Folge

  • eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder
  • eine existenzsichernde selbstständige Tätigkeit aufnehmen oder
  • eine (Teilzeit-) Berufsausbildung beginnen.

Auch der Übergang von geringfügiger in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wird unterstützt.

Ein erhöhter Unterstützungsbedarf liegt u.a. vor, wenn Frauen neuzugewandert sind, nur geringe Sprachpraxis haben und/oder ein Mangel an (digitalen) Basiskompetenzen besteht.

Aufgaben der MY TURN-Projekte:

  • eine frauenspezifische und lebenslagenorientierte Ansprache,
  • (Verweis-)Beratung und Empowerment sowie
  • kontinuierliche, vertrauensvolle und individuelle Begleitung der Projektteilnehmerinnen auf ihrem Weg in Qualifizierung, Ausbildung und Beschäftigung und bei Wunsch der Teilnehmerinnen auch darüber hinaus.

Dadurch werden Abbrüche während der Teilnahme am Projekt und nach Aufnahme einer Beschäftigung oder Qualifizierung/Ausbildung, z.B. bei Misserfolgen und familiären Widerständen, vermieden und die Motivation der Frauen gestärkt.

Förderfähig sind Projekte, die unmittelbar auf die Zusammenarbeit mit Frauen mit Migrationserfahrung abzielen. Um auf die unterschiedlichen Ausgangslagen und Bedarfe eingehen zu können, setzen alle Projekte folgende Pflichtmodule um:

  • Miteinander verzahnte digitale und analoge Ansprache sowie Informationsvermittlung
  • Durchführung von Empowerment-Aktivitäten: z.B. gemeinsam ungenutzte Potenziale, Zukunftsperspektiven und geeignete Qualifizierungsschritte herausarbeiten, Hilfe beim Umgang mit Rollenkonflikten, Peer-to-Peer-Angebote, Patinnen-/Mentorinnen-Angebote, Vermittlung von Basiskompetenzen, insbesondere digitaler Kompetenzen, Sprachpraxis, Zugang zu und Teilhabe an gesellschaftlichen Infrastrukturen, Vermittlung von Praktika und Hospitationen, ggf. zielgruppenspezifische Angebote der arbeitsweltbezogenen Grundbildung.
  • Beratung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, einschließlich der Einbeziehung der Familie in die Beratung
  • Vernetzung mit Betrieben, Gewinnung von Hospitations- und Praktikumsplätzen sowie (Teilzeit-)Ausbildungs- und Arbeitsplätzen für Projektteilnehmerinnen
  • Individuelle Begleitung während Qualifizierungs- und Bildungsmaßnahmen, Praktika, Hospitationen sowie während der Integration in Ausbildung und Arbeit: vertrauensvolle und kontinuierliche (bruchfreie) Begleitung mit dem Ziel, Abbrüche von Qualifizierungsmaßnahmen sowie von neu aufgenommenen Beschäftigungen und Ausbildungen zu vermeiden.

Zusätzlich ist ein Wahlmodul "Lotsenstelle Kinderbetreuung" vorgesehen: Der Zugang zu Kinderbetreuungsplätzen ist für eine erfolgreiche Teilnahme am Programm, insbesondere an Qualifizierungsmaßnahmen und für eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration der teilnehmenden Mütter mit Migrationserfahrung, essentiell. Daher haben grundsätzlich alle Projekte die Aufgabe, Teilnehmerinnen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu beraten und zu unterstützen. Mit dem Wahlmodul "Lotsenstelle Kinderbetreuung" soll die Unterstützung von Müttern mit Migrationserfahrung im Sinne einer zielgruppenspezifischen Unterstützung bei der Suche und Inanspruchnahme von regulärer Kinderbetreuung fokussiert werden.

Übergeordnet wird eine Vernetzungsstelle gefördert, die mit ihrer Arbeit insbesondere dazu beitragen soll, die Projekte zu vernetzen, Informationen über bzw. für die einzelnen Projekte zu vermitteln und das Programm nach außen zu bewerben.

In der ersten Förderphase (2022-2025) unterstützten 66 Projekte - 65 teilnehmerinnenbezogene Projekte und eine Vernetzungsstelle - bundesweit fast 29.000 Teilnehmerinnen.
Die zweite Förderphase ist zum 01.01.2026 gestartet und läuft bis Ende 2028.

Programmsteckbrief:

Zielgruppe
  • Personen mit Migrationshintergrund

Frauen mit Migrationserfahrung

Standorte
Laufzeit

03.05.2022 - 31.12.2029

Verantwortlich
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Förderschwerpunkt

1: Förderung nachhaltiger und hochwertiger Beschäftigung, Gründungen und Unternehmertum sowie Anpassung an den Wandel

Antragstellung als Projekt möglich?
  • Nein

Antragsberechtigte für Projektförderung

Alle juristischen Personen des privaten und öffentlichen Rechts mit Sitz und Arbeitsstätte in Deutschland, insbesondere freie und öffentliche Einrichtungen, Unternehmen, Kommunen, Bildungsträger, Forschungseinrichtungen oder Verbände.

ESF Plus-Förderung

Erster Aufruf: rd. 55,1 Mio. Euro; Zweiter Aufruf: bis zu 59 Mio. Euro

Zusatzinformationen

Lo­go und Web­si­te

Kontakt

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Referat I b 2 - Instrumente zur Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten
11017 Berlin

Kontakt

Bei administrativen Fragen und Fragen zu Förderbedingungen:

Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See
(DRV KBS)
Servicezeiten:
Mo-Do: 8-16 Uhr, Fr: 8-14 Uhr

  • Tel.: 0355 355 486 916

Kurz-URL die­ser Web­sei­te