"Akti(F) Plus"-Projekt "U(H)rWerk+": Auszeichnung "Familie des Jahres"
- Datum
- 04.02.2026
Wie Familien in schwierigen Lebenslagen im ländlichen Raum nachhaltig gestärkt werden können, zeigt das Projekt "U(H)rWerk+" in Mecklenburg-Vorpommern. Durch passgenaue Beratung, die ganzheitliche Betrachtung der Familie sowie den Aufbau verlässlicher Netzwerke werden sie dabei unterstützt, (wieder) Stabilität zu gewinnen und für sich neue Perspektiven zu entwickeln. Eine sichtbare Anerkennung dieser Arbeit ist die Auszeichnung "Familie des Jahres", die im Rahmen einer regionalen Netzwerkveranstaltung vergeben wurde.
Beratung im ländlichen Raum - niedrigschwellig und nah an der Lebensrealität
Der Fokus des Projekts liegt auf Familien im ländlichen Raum, in dem Unterstützungsangebote häufig schwerer erreichbar sind und familiäre Problemlagen daher zusätzlich verstärkt werden. Gravierende Probleme zeigen sich häufig bei Themen wie Kindererziehung, Kinderbetreuung, Schulden, dem eigenen Suchtverhalten oder dem von Familienangehörigen, gesundheitlichen Beschwerden, der schulischen Situation oder in der Paarbeziehung. Eine selbstständige Bewältigung dieser Probleme ist für die Betroffenen kaum noch möglich. Entsprechend bietet das Projekt passende Beratungsangebote in verschiedenen Regionen in Mecklenburg-Vorpommern an. Immer mit dem Ziel, diese Familien ganzheitlich durch feste Ansprechpersonen kontinuierlich zu begleiten, ihre Ressourcen zu stärken und ihnen langfristige Perspektiven für ihre soziale Teilhabe zu eröffnen. Die Unterstützung durch das Projekt "U(H)rWerk+" wird von den Familien gut angenommen: Seit Projektbeginn konnten 559 Familien erreicht, beraten und in oftmals komplexen Lebenslagen stabilisiert werden. Durch niedrigschwellige Beratungsangebote, verlässliche Begleitung und eine enge Verzahnung mit regionalen Unterstützungsstrukturen leistet "U(H)rWerk+" somit einen nachhaltigen Beitrag zur Armutsprävention und zur Stärkung von Familien im ländlichen Raum. Einblick in weitere konkrete Projektangebote sehen Sie hier.
Starke Netzwerke als Grundlage wirksamer Familienarbeit
Die Arbeit im Projekt "U(H)rWerk+" basiert auf einer gut abgestimmten Zusammenarbeit mit kommunalen Stellen. Insbesondere Jugendämter, Jobcenter, Kommunalverwaltungen sowie weitere zuständige Behörden arbeiten koordiniert zusammen, um rechtliche, finanzielle und soziale Unterstützungsleistungen passgenau aufeinander abzustimmen. Ergänzend dazu ist das Projekt in ein regionales Netzwerk eingebunden, das soziale Dienste, Bildungseinrichtungen, Beratungsstellen und weitere Akteur*innen der Familienarbeit umfasst. Klare Zuständigkeiten, kurze Kommunikationswege und ein kontinuierlicher fachlicher Austausch ermöglichen es, auch komplexe familiäre Problemlagen ganzheitlich zu bearbeiten und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.
Auszeichnung "Familie des Jahres" - Empowerment sichtbar gemacht
Ein besonderer Höhepunkt der Projektarbeit war im vergangenen Jahr die Auszeichnung "Familie des Jahres", die im Rahmen einer regionalen Netzwerkveranstaltung verliehen wurde. An allen Projektstandorten wurden Familien mit besonders großen Entwicklungsfortschritten vorgeschlagen. Auf dieser Grundlage wählte eine fachlich besetzte Jury die auszuzeichnende Familie aus. Geehrt wurde eine Familie, die gemeinsam mit den Projektmitarbeitenden und Netzwerkpartnern erhebliche Herausforderungen bewältigt, Alltagsstrukturen nachhaltig stabilisiert und neue Handlungsspielräume für sich entwickelt hat. Die Auszeichnung steht exemplarisch für gelingendes Empowerment und macht die Wirkung ressourcenstärkender, individueller Beratung sichtbar. Vor diesem Hintergrund übernahm Jacqueline Bernhardt, Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern, die Schirmherrschaft für das Projekt "U(H)rWerk+". Dabei betonte sie: "Familien sind das Herzstück unserer Gesellschaft. 'U(H)rWerk+' leistet einen wertvollen Beitrag, indem es Familien direkt vor Ort stärkt, entlastet und neue Perspektiven eröffnet."
Das ESF Plus-Programm "Akti(F) Plus - Aktiv für Familien und ihre Kinder"
Das Projekt "U(H)rWerk+" wird im Rahmen des Programms "Akti(F) Plus - Aktiv für Familien und ihre Kinder" durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
Das Programm unterstützt Projekte, die Familien mit besonderen sozialen Herausforderungen begleiten und ihre gesellschaftliche Teilhabe stärken. Ziel des Programms ist es, durch niedrigschwellige, aufsuchende und vernetzte Ansätze Familien in schwierigen Lebenssituationen zu stabilisieren und ihnen nachhaltige Perspektiven zu eröffnen. Der Fokus liegt auf der besseren Nutzung von Bildungs-, Gesundheits- und Sozialangeboten, der Förderung von Arbeitsmarktintegration und dem Abbau struktureller Hürden.
Damit leistet das Programm einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Familien- und Kinderarmut in Deutschland sowie zum Förderschwerpunkt "Förderung der sozialen Inklusion und Bekämpfung von Armut" des ESF Plus-Bundesprogramms. Mit "Akti(F) Plus" trägt das BMAS darüber hinaus zur Verbesserung der Situation benachteiligter Kinder und Jugendlicher im Sinne der Ziele des Nationalen Aktionsplans "Neue Chancen für Kinder in Deutschland" bei.
Weitere Informationen zum Programm und zur Vernetzungsstelle finden Sie auf der ESF-Webportal sowie auf der der Website der gsub mbH.