Zukunftszentrum "pulsnetz MUTiG" präsentiert sich auf internationaler Bühne

Datum
04.02.2026

Die Arbeit der ESF Plus-geförderten Zukunftszentren stößt auf internationales Interesse. Deshalb präsentierte das Regionale Zukunftszentrum "pulsnetz MuTiG - Mensch und Technik im Gemeinwesen" auf Pflegekongressen in Abu Dhabi und Wien seine Projektarbeit sowie seinen Truck der Digitalisierung - kurz: "TruDi". Beides steht für innovative und digitale Ansätze im Bereich Pflege.

Das Projekt "pulsnetz MuTiG" ist insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen als Regionales Zukunftszentrum in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen unterwegs. Es fokussiert seine Arbeit auf das Thema Nachhaltigkeit in der Pflege. Konkret geht es um die Ziele: Pflegequalität sichern, Gesundheit und Wohlbefinden der Pflegenden fördern, Ressourcen schonen und die Umwelt schützen. Mit "TruDi" sind Projektmitarbeiter*innen regional unterwegs, um mit Pflege- und Sozialeinrichtungen sowie mit deren Beschäftigen vor Ort über digitale Anwendungen und deren Potenzial für ihre Arbeit zu sprechen. "TruDi" bietet dabei auch die Möglichkeit, digitale Anwendungen direkt auszuprobieren.

Die Präsentation dieser Arbeit und der Erfahrungsaustausch im Bereich Pflege über Ländergrenzen hinweg zeigte, warum der europäische und internationale Erfahrungsaustausch wichtig ist: Er deckt neue und passgenaue Trends auf, fördert den Dialog zwischen den Akteur*innen der Pflegebranche mit dem Ziel, voneinander zu lernen, sich weiterzuentwickeln und Verbindungen zu knüpfen, die weit über die eigene Region hinausreichen. 

Ein LKW
Der mobile Truck der Digitalisierung kurz "TruDi" - bringt digitale Lösungen und Schulungsangebote direkt zu Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen und unterstützt Fachkräfte vor Ort dabei, neue Technologien zu erleben und in den Arbeitsalltag zu integrieren. © pulsnetz MuTiG

Sichtbarkeit gefördert durch Interreg Europe

Die Europäische Union fördert die Zusammenarbeit zwischen Regionen und Ländern, um deren wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu unterstützen und die Hürde der Grenzen zu überwinden. Diese europäische territoriale Zusammenarbeit (Interreg) bietet regionalen und lokalen Institutionen (z.B. öffentlichen Verwaltungen, regionalen Entwicklungsagenturen oder Bildungseinrichtungen) Kofinanzierungen für den Aufbau von Netzwerken sowie den Erfahrungsaustausch zu unterschiedlichen Themen. So entstand der Austausch mit dem Projekt "pulsnetz MuTiG" und mit seinem "Truck der Digitalisierung (TruDi)". Die internationale Präsenz des Zukunftszentrums "pulsnetz MuTiG" ist Ausdruck für die Qualität der Projektarbeit. Das ist die Einschätzung von Erik Gløersen von Interreg Europe. Er hob dabei die Rolle des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hervor: Erst durch dessen Förderung der Zukunftszentren sei ein Best Practice-Beispiel wie "TruDi" überhaupt möglich. Das Projekt "pulsnetz MuTiG" verlasse mit "dem Truck der Digitalisierung" bewusst Standardwege, teste Neues und schaffe Zugänge, die sonst kaum erreichbar wären. So entstehe praxisnahe Unterstützung für Einrichtungen der Pflege und Sozialwirtschaft.

Pflegkongress in Wien

In Wien präsentierten die beiden Projektmitarbeiter*innen Dr. Martina Saße und Sven Bartel auf dem jährlich in der österreichischen Hauptstadt stattfindenden Pflegekongress ihre Arbeit, um Erfahrungen zu Digitalisierung und Changemanagement im Pflegebereich zu teilen. Dabei entstanden neue Kontakte und wertvolle Vernetzungsmöglichkeiten sowie ein intensiver Austausch über digitale Transformation, Robotik in der Pflege und die Chancen neuer Technologien.

Zwei Personen stehen vor einer Leinwand
Auf dem Pflegkongress25 in Wien stellen Dr. Martina Saße (re.) und Sven Bartel (li.) die innovativen und digitalen Ansätze im Bereich Pflege im Rahmen des Projekts "pulsnetz MuTiG" vor. © pulsnetz MuTiG

Pflegekongress in Abu Dhabi

Auf der 14. International Conference on Health and Social Care Information Systems and Technologies (HCist) in Abu Dhabi präsentierten Désirée Neeb und Nele Stock das im Projekt entwickelte Modell zu digitalen Kompetenzen und organisationalem Wandel. Schnell wurde deutlich, wie stark digitale Transformation weltweit verbindet und zugleich kulturell, organisatorisch und politisch geprägt ist.

Diskutiert wurden Fragen nach dem gezielten Technikeinsatz, dem Nutzen für Mitarbeitende und Pflegebedürftige sowie der Bedeutung klarer Strukturen.

Dieser internationale Austausch zeigte: Die zentralen Themen der Digitalisierung ähneln sich weltweit, doch ihre Umsetzung trägt überall ein eigenes Gesicht. Standardisierte Modelle bieten Orientierung, echte Wirksamkeit entsteht aber dort, wo regionale und organisationale Besonderheiten berücksichtigt werden.

Mehrere Personen in einem Besprechungsraum
Désirée Neeb(l.) und Nele Stock (r.) auf der 14. International Conference on Health and Social Care Information Systems and Technologies (HCist) in Abu Dhabi. Dort präsentierten die "pulsnetz MuTiG"-Kolleginnen das im Projekt entwickelte Modell zu digitalen Kompetenzen und organisationalem Wandel. © pulsnetz MuTiG

Der Aufwand für den internationalen Austausch scheint zunächst hoch - hat sich aber gelohnt: Denn es ging nicht nur um fachliche Impulse, sondern vor allem um neue Perspektiven und einen Austausch über andere oder unterschiedliche Wege der Problemlösung. Entscheidend sei die Erkenntnis, dass überall ähnliche Herausforderungen bestehen und die Akteur*innen voneinander lernen können, so die beteiligten Projektmitarbeiter*innen von "pulsnetz MuTiG". Die internationale Vernetzung sei wichtig für die Weiterentwicklung sozialer Innovationen: "Unser Fazit: Die Themen sind global, die Lösungen bleiben lokal - und genau das macht 'pulsnetz MuTiG' so spannend."

Das ESF Plus-Programm "Zukunftszentren - Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen und Beschäftigten bei der (Weiter-)Entwicklung und Umsetzung innovativer Gestaltungsansätze zur Bewältigung der digitalen Transformation" (kurz: "Zukunftszentren")

Das Projekt "pulsnetz MuTiG" wird im Rahmen des Programms "Zukunftszentren" durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert. Das Programm unterstützt Unternehmen, ihre Beschäftigten sowie Selbstständige dabei, die großen aktuellen Veränderungsprozesse zu bewältigen und sozial zu gestalten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Unterstützung von KMU und Solo-Selbstständigen.
Es zielt darauf ab, die Selbstlern- und Gestaltungskompetenz der Zielgruppen in den Transformationsprozessen zu fördern und ihre Leistungs- und Innovationsfähigkeit zu erhalten und zu stärken. Über die genannten Zielgruppen hinaus haben grundsätzlich alle Unternehmen bundesweit Zugang zu den Fördermaßnahmen. Die im Rahmen des Förderprogramms gewonnenen Erkenntnisse werden sukzessive veröffentlicht.
Im Rahmen des Programms werden zwölf "Regionale Zukunftszentren", ein "Zentrum Zukunft der Arbeitswelt" als übergeordnetes Zentrum und ein "Haus der Selbstständigen" als Kompetenz-, Vernetzungs-, und Beratungszentren zur Bewältigung des insbesondere digital getriebenen Wandels der Arbeitswelt gefördert.
Weitere Informationen zu dem Programm finden Sie auf der Programmwebsite der Zukunftszentren sowie auf dem ESF-Webportal.

Auszug aus dem ESF-Newsletter