Neue Formen der europaweiten Zusammenarbeit durch digitale Datenräume
- Datum
- 26.03.2026
Wie können Unternehmen - besonders kleine und mittlere - interdisziplinär und grenzüberschreitend zusammenarbeiten? Das Projekt "KoDateN" liefert die Antwort: Es entwickelt kollaborative Datenräume, die europäischen Netzwerken eine flexiblere Organisation und neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen. Dabei stehen nicht nur technische Lösungen, sondern vor allem Kooperation und Vertrauen im Mittelpunkt - ein entscheidender Beitrag für die europäische Zusammenarbeit.
Der Projektansatz: Ein gemeinsamer digitaler Raum für echte Kooperation
Europäische Wertschöpfungsnetzwerke sind auf den intensiven Austausch von Informationen angewiesen. Doch gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stellt dies eine Herausforderung dar. Unterschiedliche IT-Systeme, mangelnde Interoperabilität und unterschiedliche gesetzliche Rahmenbedingungen erschweren eine effektive Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg.
Das Projekt "KoDateN" ("Kollaborative Datenräume in europäischen Netzwerken") setzt genau hier an und entwickelt eine innovative, praxisorientierte Plattform, die den sicheren, transparenten und flexiblen Austausch von Daten und Informationen zwischen Unternehmen erleichtert.
Technologische Exzellenz trifft soziale Innovation
Daten allein schaffen noch keine Kooperation. "KoDateN" kombiniert deshalb modernste Technologie mit neuen Arbeits- und Organisationsmodellen. Im Mittelpunkt steht eine dezentrale, mehrmandantenfähige Softwarelösung für kollaborative Datenräume, die speziell auf die spezifischen Bedürfnisse von KMU zugeschnitten ist. Sie erlaubt Unternehmen innerhalb eines Netzwerkes, Daten und Informationen gemeinsam und sicher zu nutzen - ohne zentrale Abhängigkeiten.
Gleichzeitig widmet sich das Projekt den arbeitsorganisatorischen und sozialen Rahmenbedingungen erfolgreicher Zusammenarbeit: Welche neuen Rollen, Regeln und Kompetenzen benötigt die Arbeit in einem gemeinsamen digitalen Datenraum? Wie können Vertrauen, Transparenz und aktive Mitgestaltung in solch einem Raum gefördert werden? Daraus entstehen praxistaugliche Konzepte und Bausteine, die eine nutzergerechte und vertrauensbasierte Gestaltung ermöglichen.
Europäischer Nutzen und Perspektiven für die Zukunft
Der besondere Mehrwert von "KoDateN" liegt in seinem transnationalen Ansatz. Die entwickelten Konzepte und Technologien werden in realen europäischen Wertschöpfungsnetzwerken zweier Pilotunternehmen (Neuser GmbH und Gräbert GmbH) getestet und evaluiert. So entsteht ein praxisorientierter Demonstrator, der sowohl technisch als auch arbeitsorganisatorisch flexibel an unterschiedliche Bedingungen europäischer Netzwerke angepasst werden kann.
Starke Partner mit einem gemeinsamen Ziel
Das Projekt "KoDateN" wird von einem interdisziplinären Konsortium getragen. Die Projektleitung (Projektron GmbH) hat eine langjährige Erfahrung im Bereich Projektmanagementsoftware und sorgt daher für eine praxistaugliche, technische Umsetzung. Weitere Projektpartner sind die Hochschule Landshut, die Kollaborationsprozesse und Konzeption des Demonstrators aus technischer Sicht analysiert, sowie das Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. ISF München, das die arbeitsorganisatorischen Prozesse entwickelt.
Das Projekt zeigt, dass digitale Zusammenarbeit mehr sein kann als ein technisches System; denn zukunftsfähige europäische Netzwerke entstehen nur durch umfassende Kooperation auf mehreren Ebenen und auf Augenhöhe der beteiligten Partner.
Das ESF Plus-Förderprogramm "Zukunft der Arbeit"
Das Projekt "KoDateN" wird im Rahmen des Programms "Zukunft der Arbeit" durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus gefördert.
Das Programm greift die Herausforderungen auf, die für Unternehmen (insbesondere KMU) und Menschen durch Strukturwandel, Technisierung und zunehmende Globalisierung in der Arbeitswelt entstehen. Es lädt Unternehmen und Forschungseinrichtungen ein, mit innovativen Forschungsprojekten aktiv die Zukunft unserer Arbeitswelt mitzugestalten. Ziel des Programms ist es, technologische und soziale Innovationen gleichermaßen voranzubringen. Dazu sollen neue Modelle der Qualifizierung, der resilienten Wertschöpfung, der Arbeitsgestaltung und -organisation in und mit Unternehmen entwickelt und als Pilotprojekte in die betriebliche Praxis überführt werden. Gefördert werden Projekte, die sich mit der Einführung neuer oder bestehender Technologien und den Auswirkungen für die Mitarbeitenden aller Ebenen im Unternehmen beschäftigen. Dabei liegt der Fokus besonders auf branchenübergreifenden und interdisziplinären Projekten.
Weiterführende Informationen zum Programm "Zukunft der Arbeit" (als Teil von "Zukunft der Wertschöpfung") finden Sie auf dem ESF-Webportal sowie auf der der Programmwebsite des BMFTR.