Gemeinsam Perspektiven schaffen mit Akti(F) Plus
- Datum
- 16.10.2026
In Köln kooperieren die beiden Akti(F) Plus Projekte "ZentralE 2.0" und "Stark in die Zukunft", um Familien bessere Zugänge zu Unterstützung, Teilhabe und beruflichen Perspektiven zu ermöglichen Ihren erfolgreichen Ansatz stellten die beteiligten Träger am 13. Oktober 2026 dem ESF Plus Begleitausschuss des Bundes bei einem Besuch vor Ort vor.
Individuelle Beratung und Coaching, Workshops zu Themen, die die Frauen aktuell bewegen, aber auch die Begleitung zu Jobmessen gehören zur Unterstützung der Ratsuchenden - vornehmlich Frauen. Wie sehr ihnen diese Beratung geholfen hat, bestätigten die anwesenden Teilnehmerinnen des Projekts. Eine verwitwete, alleinerziehende Teilnehmerin schilderte, dass es ihr mit Hilfe des Projekts gelungen sei, im August 2025 eine Ausbildung zur Kinderpflegerin zu beginnen. Eine weitere Teilnehmerin berichtete davon, dass sie im Jobcenter von Akti(F) Plus gehört habe und ab 2024 im Projekt gewesen sei. Sie habe in diesem Zuge eine Weiterbildung zur Betreuungsassistentin absolviert und sei nun auf Jobsuche.
Armut wirkt selten nur in einem Lebensbereich
Besonders eindrücklich zeigte die städtische Strukturdatenerhebung 2023 den Handlungsbedarf in Köln. 24 Prozent aller Kölner Haushalte und 40 Prozent der Alleinerziehendenhaushalte sind armutsgefährdet. Bei einer Familie mit drei und mehr Kindern liegt die Quote der armutsgefährdeten Alleinerziehendenhaushalte sogar bei 61 Prozent. Diesem hohen Bedarf begegnen die beiden Akti(F) Plus-Projekte mit ihrer Arbeit; denn:
- Finanzielle Unsicherheit kann die Wohnsituation und den Alltag belasten.
- Fragen zu Sozialleistungen, Kinderbetreuung und Gesundheit greifen oft ineinander.
- Bildungs- und Berufswege lassen sich schwerer planen, wenn akute Probleme Vorrang haben.
- Kinder sind von der Lebenssituation ihrer Eltern mitbetroffen - ihre Teilhabechancen hängen auch von den Rahmenbedingungen der Familie ab.
Ressourcen bündeln
Die Statements der Projektmitarbeitenden zeigten: Es braucht Wege, die sich öffnen und auf denen man begleitet wird. Von daher bündeln die beiden Kölner Projekte ihre Ressourcen. Durch die Vernetzung mit wichtigen Partnern wie dem Jobcenter Köln, dem Kommunalen Integrationszentrum Köln, der Familienkasse und der Stadt Köln im Rahmen einer rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit erhalten die Familien passgenaue Unterstützung. Das hat viele Vorteile:
- Projekt- und Kooperationspartner*innen bringen jeweilige unterschiedliche Kompetenzen ein
- Hilfe werden besser verzahnt und Zugänge erleichtern
- Kommunale Strukturen werden nachhaltig gestärkt
Runder Tisch Alleinerziehende Köln
Beim Runden Tisch Alleinerziehende handelt es sich um ein von beiden Projekten gegründetes Gremium zur Vernetzung und zum Ausbau der rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit für die Familien in Köln. Beschlüsse und Ergebnisse werden unter anderem in der Weiterentwicklung des Onlineportals Alleinerziehend in Köln gemeinsam mit den Lernenden Regionen umgesetzt. Hier können Ratsuchende Unterstützung in Rechtsfragen, Erziehungsfragen sowie bei Themen rund um Finanzierung und Förderung bekommen.
Beeindruckt von der Arbeit der Projekte zeigte sich auch Patrick Paquet, Vertreter der Europäischen Kommission beim Begleitausschuss des ESF Plus des Bundes. Er betonte im Gespräch, dass die Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit von Frauen in Deutschland hin zu Vollbeschäftigung eine hohe Priorität habe. "Perspektivisch kann man sich die Nichtbeschäftigung von Frauen nicht erlauben", so Paquet. Es sei schön, die Erfolgsgeschichten der Frauen zu hören. "Denn solche Projekte tragen langfristig dazu bei, Armut zu bekämpfen."
Die Unterstützung kommt an
Die Erfahrungen aus beiden Projekten zeigen, dass diese Arbeit weiterhin notwendig ist. Denn im Projektverlauf zeigt sich, dass die bereits jetzt die Teilnehmendenzahlen erreicht werden konnten und die Angebote immer stärker nachgefragt werden. Gleichzeitig ist es wichtig, die geschaffenen Strukturen zu erhalten und weiter auszubauen.
Die Projekte
Die ZentralE 2.0 konzentriert sich als Anlaufstelle in ihrer Arbeit auf Alleinerziehende mit Kindern in Köln, die Unterstützung bei der Stabilisierung und berufliche Orientierung benötigen. Bei dem niedrigschwelligen Zugang sind Begegnung, Beratung und Unterstützung bei der Jobsuche wesentliche Bausteine.
Stark in die Zukunft legt seinen Fokus auf individuelle Beratung und Coaching sowohl für Alleinerziehende als auch Familien, Unterstützung bei der Nutzung von Hilfsangeboten und Sozialleistungen sowie die Vorbereitung auf berufliche Schritte. Beratung, Kompetenz- und Potenzialanalysen, Motivationstrainings und digitale Sprechstunden ergänzen das Angebot in weiteren Kölner Stadtteilen.